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Was jetzt Frankreich? Gewisse Erleichterung nach Le Pens Niederlage

Vor einer Woche noch freute sich Parteichefin Marine Le Pen über das gute Ergebnis, jetzt konnte sie aber dennoch keine einzige Region gewinnen.

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Was jetzt Frankreich? Gewisse Erleichterung nach Le Pens Niederlage

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Frankreich atmet auf. Marine Le Pens rechtsextremer Front National konnte bei der zweiten Runde der französischen Regionalwahlen keine einzige Region gewinnen. Vor einer Woche führte der FN noch in sechs der dreizehn Regionen, am Sonntag jedoch siegten in allen Verwaltungseinheiten entweder Nicholas Sarkozy’s oppositionelle Konservative oder die Sozialdemokraten um Präsident Francois Hollande.

Meinung

"Ich glaube nicht, dass es eine intelligente und konstruktive Reaktion ist, jetzt die Extreme zu suchen."

Ein Grund für die plötzliche Niederlage der extremen Rechten ist die Wahlbeteiligung, die am Sonntag um rund zehn Prozent höher lag als bei der ersten Wahlrunde in der vergangenen Woche.

Zudem hatten die Sozialisten einige aussichtslose Kandidaten aufgegeben, um so einen Sieg des Front National zu verhindern.

Beim Großteil der Bevölkerung sowie in den gemäßigten Parteien macht sich Erleichterung breit.

“Einerseits ist es uns gelungen, die Welle der Rechtsextremen zu stoppen, andererseits haben die Rechten sieben Regionen gewonnen und die Linken fünf, das gefällt mir ziemlich gut, dass das so ausgeglichen ist”, so eine junge Frau aus Paris. Ein junger Mann aus der Hauptstadt hingegen ist enttäuscht “von der Stimmung in der französischen Bevölkerung und der Reaktion auf die Ereignisse vor einem Monat … Ich glaube nicht, dass es eine intelligente und konstruktive Reaktion ist, jetzt die Extreme zu suchen.”

Viele FN-Wähler hingegen sind enttäuscht, dass der Front National trotz hoher Ergebnisse in der ersten Wahlrunde jetzt eine Schlappe einstecken musste – so wie dieser Mann: “Das sind doch faule Tricks, wenn sich alle Parteien gegen den FN stellen … ich bin enttäuscht, aber wir werden schon noch sehen …”

Marion Maréchal-Le Pen, Nichte der Parteichefin, konnte im ersten Wahlgang im Süden (Provence-Alpes-Côte d’Azur) das beste Ergebnis für den Front National erreichen. Doch auch die 26-Jährige musste sich am Sonntag von ihrem konservativen Kollegen geschlagen geben.

Am Wahlabend zeigte sie sich noch trotzig, nach der Niederlage sprach sie von “Diffamierung”: Marine Le Pen ist sich des unaufhaltbaren Aufstiegs der extremen Rechten in Frankreich immer noch sicher und will 2017 zu den Präsidentschaftswahlen antreten.