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Salafist und selbsternannter Boss der "Scharia-Polizei" wieder festgenommen

In Wuppertal hatte sich Sven Lau (35) zum Chef der «Scharia-Polizei» erklärt und war mit islamistischen Gesinnungsgenossen in Warnwesten durch die

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Salafist und selbsternannter Boss der "Scharia-Polizei" wieder festgenommen

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In Wuppertal hatte sich Sven Lau (35) zum Chef der «Scharia-Polizei» erklärt und war mit islamistischen Gesinnungsgenossen in Warnwesten durch die Stadt marschiert.
Dieser Auftritt hatte für nicht nur für bundesweite Empörung, sondern auch für internationale Aufmerksamkeit gesorgt.
Jetzt ist einer der bekanntesten Salafisten Deutschlands wegen Terrorverdacht in Mönchengladbach erneut festgenommen worden.

Der 35-jährige islamistische Prediger soll laut Bundesanwaltschaft in Karlsruhe 2013 von Deutschland aus als verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terrororganisation Jamwa (Dschaisch al-Muhadschirin wa-l-Ansar) tätig gewesen sein. Jamwa ist offenbar eng mit der Terrororganisation ISIL verbunden.

Internet-Videos zeigten Sven Lau bereits im Jahr 2013 in Bürgerkriegsgebieten in Syrien. Auf einem Foto ist er auf einem Panzer in Syrien mit einer Kalaschnikow zu sehen. Er selbst hatte behauptet, dort zu humanitären Zwecken gewesen zu sein.
Im vergangenen Jahr saß er drei Monate in Untersuchungshaft. In einem Verfahren der Stuttgarter Staatsanwaltschaft ließ sich der Vorwurf, Lau unterstütze Terroristen, aber nicht erhärten. Dennoch haben die Behörden inzwischen seinen Reisepass eingezogen.

Nach einer Lehre als Industriemechaniker war Lau zunächst als Berufsfeuerwehrmann in Mönchengladbach tätig. Bis 2008 arbeitete er fünf Jahre lang als Brandmeister.

Dann konvertierte er zum Islam. Zuletzt war er für verschiedene salafistisch-extremistische Organisationen bundesweit aktiv, darunter das Koran-Verteiler-Netzwerk «Lies!». Bis zu seiner Verhaftung am
Dienstag lebte der Vater von fünf Kindern in Düsseldorf.