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Spannung vor Zinsentscheidung der US-Notenbank steigt

Der Druck auf die Devisen wächst mit der nahenden Zinsentscheidung der US-Notenbank. Die Volatilität an den Märkten bleibt hoch, der US-Dollar fiel

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Spannung vor Zinsentscheidung der US-Notenbank steigt

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Der Druck auf die Devisen wächst mit der nahenden Zinsentscheidung der US-Notenbank. Die Volatilität an den Märkten bleibt hoch, der US-Dollar fiel im Vergleich zum Währungskorb um drei Prozent.

Seit der vergangenen Woche fiel der Yuan auf den niedrigsten Wert seit viereinhalb Jahren. Die chinesische Währung verlor 1,8 Prozent gegen den US-Dollar. Auch die europäischen Märkte gaben nach und fielen auf das niedrigste Niveau seit zwei Monaten.

Der Dax verlor seit Anfang Dezember 8,24 Prozent, London sechs Prozent.
Auch die Wall Street beendete die Woche im Negativbereich.

Der Standard & Poor’s 500 verlor 3.96 Prozent und fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober. Auch der Dow Jones rutschte ab – minus 3,46 Prozent.

Der Rohstoffmarkt fuhr ebenfalls Verluste ein: Die Erdölpreise waren so niedrig wie seit Jahren nicht. Rohöl der Nordseesorte Brent fiel um fünf Prozent. Texas-Öl WTI verlor 2,8 Prozent.

Von den Märkten im Nahen Osten kamen auch keine guten Nachrichten. Schon seit Anfang des Monats befinden sich die arabischen Aktienmärkte in einer Abwärtsspirale.
 

Experten zufolge sorgt die Unsicherheit über die Entscheidung der Fed und der weitere Preisverfall beim Rohöl für die schlechten Zahlen weltweit.

euronews: ”Wir sprechen nun mit Nour Eldeen Al-Hammoury, dem Chefmarktstrategen bei ADS Securities in Abu Dhabi über die jüngsten Trends. Nour, lassen Sie uns mit der Währung beginnen: Wir haben einen Wertverlust des Dollars im Vergleich zum Währungskorb gesehen – den Yuan ausgenommen. Was hat der schwache Yuan nun für Folgen?

Nour Eldeen Al-Hammoury: ”Der Kursrutsch der chinesischen Währung könnte eine indirekte Botschaft an die Fed sein, ihre Zinsen nicht zu erhöhen.
China könnte sein Währung schneller abwerten, als zuvor, um so seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, was den Überschuss der Handelsbilanz unterstützen würde. Dieser war jüngst deutlich zurückgegangen. Außerdem würde ich gern unterstreichen, dass der japanische Yen, über den wir so viel in den vergangenen Monaten gesprochen haben, ein sicherer Hafen für Investitionen bleibt. Der Dollar ist gegen den Yen stark gefallen bis fast auf 120 Yen pro Dollar. Für uns nach wie vor eine Empfehlung.

euronews: ”In der vergangenen Woche sind Rohölpreise als auch Aktienmärkte stark gefallen, wie wird das Fed-Treffen die Aktien und Rohstoffe beeinflussen?

Nour Eldeen Al-Hammoury: “Wir haben es das gesamte Jahr gesehen: Wenn sich ein Treffen der US-Notenbank näherte, dann fuhren viele Märkte deutlich Verluste ein, denn eine Zinserhöhung schien mit jedem Treffen wahrscheinlicher. Die globalen Märkte, inklusive der Rohstoff-Markt kamen in Turbulenzen. Wir haben gesehen, wie Rohöl neben Aktien deutlich abfiel – sogar der Dollar rutschte ab. Das ist ein Zeichen dafür, dass Händler alles mögliche abstoßen und vor der Zinsentscheidung auf Abstand zu den Märkten bleiben.”

euronews: Eine Welle von Negativzahlen überflutete auch die Aktienmärkte im Nahen Osten. Dort spielt Öl natürlich eine wichtige Rolle. Wie sieht es mit weiteren Faktoren aus?

Nour Eldeen Al-Hammoury: “Einer der Gründe ist natürlich das Rohöl. Die Nordseesorte Brent schloss bei unter 40 Dollar – zum ersten Mal seit Jahren.
Hinzukommt die Nachricht, über eine geplante Mehrwertsteuer in den Golfstaaten, was die Börsen beeinflusste. Der Aktien-Absturz erfasste auch Papiere aus Nahost und Nordafrika aus. Das kam zur Sorge um die mögliche Zinserhöhung der Fed hinzu.”

euronews: Eine letzte Frage, die sich auf die US-Wirtschaftsdaten bezieht. Was hat die Fed jetzt für Möglichkeiten, was erwarten Sie?

Nour Eldeen Al-Hammoury: “Es liegen drei Szenarien auf dem Tisch. Das erste wäre, dass die Fed die Zinsen um 25 Basispunkte erhöht und dann eine geraume Zeit abwartet, um die Auswirkungen der ersten Erhöhung einschätzen zu können. Dann wird sie eventuell weiter den Leitzins erhöhen oder doch wieder senken. Das ist das wahrscheinlichste Szenario, was dem US-Dollar aber nicht helfen würde, auch wenn der Leitzins dann weiter angehoben werden würde. Das zweite Szenario ist die derzeitige Geldpolitik weiterzuführen und die Zinserhöhung wieder einmal zu verschieben. Das würde aber der Glaubwürdigkeit der Federal Reserve schaden. Deshalb glauben wir, dass die Fed dieses Szenario vermeiden will. Das dritte Szenario von dem wir glauben, dass es nicht möglich ist, ist dass die Fed den Leitzins drastisch anhebt. Das würde den Dollar durch die Bank nach oben katapultieren. Die Fed will jedoch keinen starken Dollar.”