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Mehr Prävention für Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz

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Mehr Prävention für Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz

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Die Betriebsärzte sollen künftig eine Schlüsselrolle bei der Prävention spielen. Wie genau das funktionieren soll, erfahren wir in Deutschland.

In Deutschland sollen Betriebsärzte wie Dr. Wolfgang Panter künftig eine Schrüsselrolle bei der Prävention spielen. Es geht darum Gesundheit zu fördern und Krankheiten früh zu erkennen, damit die Arbeitnehmer bis zur Rente fit bleiben.

Meinung

Ein Angestellter in einem Büro braucht andere Dinge als einer, der an einer Maschine steht.

Dr. Panter, der in Duisburg, in Nordrhein-Westfalen arbeitet, wird künftig nach Risiken wie Diabetes und Übergewicht Ausschau halten, um einzugreifen, bevor sie zu einem Problem werden. Er erklärt: “Wir sehen Menschen, die sich erstmal gesund fühlen. Bei einer Checkup Untersuchung wird aber z.B. festgestellt, der Zucker ist grenzwertig oder das Gewicht oder der Blutdruck, es muss was getan werden. Ich glaube, das ist eine wichtige Aufabe für Betriebs- und Werksärzte hier, das System der gesetzlichen Krankenversicherung an dieser Stelle zu unterstützen.”

Euronews-Journalist Jeremy Wilks sagt: “Nicht nur in der Praxis von Dr. Panter ist Prävention das neue Motto. Der Wandel ist allgegenwärtig am Arbeitsplatz, in der Politik und bei den Krankenkassen.” In Deutschland wird das neue Präventionsgesetz im Januar 2016 in Kraft treten.

CDU-Politiker Rudolf Henke hat sich von Anfang an dafür stark gemacht: “Wir haben zehn Jahre diskutiert in Deutschland, ob der richtige Weg darin besteht, individuelle Prävention für den Einzelnen zu fördern oder in den Lebenswelten, in denen Menschen sich aufhalten, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Und jetzt endlich ist diese Debatte zu Ende mit dem Ergebnis: Beides muss man tun, beides ist richtig. Das bedeutet für die Arbeitsplätze, dass am Arbeitsplatz, in der Firma, Angebote geschaffen werden mit denen Gesundheit gefördert wird und Prävention in den Mittelpunkt kommt.”

Das neue Gesetz wird u.a. mit Hilfe der Krankenkassen landesweit umgesetzt werden. Wir trafen uns mit Ulrich Rosendahl von der pronova BKK in Leverkusen. Diese Krankenkasse ist für individuelle Lösungen. “Das Interessante ist wirklich, dass man die Mitarbeitenden dort abholt, wo sie arbeiten. Also ein Angestellter in einem Büro braucht andere Dinge als einer, der an einer Maschine steht. Und wir gehen in die Unternehmen und schauen uns an, wie die Verhältnisse dort sind. Wie verhalten sich die Menschen und wie können wir frühzeitig auch in Zusammenarbeit mit den Unternehmen, mit den Werksärzten, Lösungen finden, das wir sehen, der Mitarbeitende braucht dieses Programm,” so Rosendahl.

Bei der Entwicklung von Vorbeugungsprogrammen ist manchmal ein wenig Fantasie und Innovation gefragt. Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaften, ifaa, hat eine Art Anzug erfunden mit dem junge Arbeiter besser verstehen können, wie sich ihre älteren Kollegen fühlen.

Die Forscherin Anna Peck hat uns den Anzug vorgeführt: “Diese Weste beinhaltet viele Gewichte und damit kann die Person, die diesen Anzug trägt, sich nur eingeschränkt bewegen und fühlt sich dadurch viele Jahre älter. Junge Mitarbeiter, die diesen Anzug tragen, erleben das Alter live. Das heißt, sie haben die Möglichkeit, sich 30-40 Jahre älter zu fühlen und damit auch altersbedingte Einschränkungen wirklich live zu empfinden.”

Zurück in der Praxis von Dr. Panter: Er rät dem Elektriker Wilhelm Steigenhöfer mit dem Rauchen aufzuhören. Was hält dieser Bertriebsarzt von dem neuen Präventionsgesetz? Er betonte: “Für mich ist der wichtigste Punkt, dass das Gesetz erstmal so beschlossen worden ist. Der zweite Punkt ist, glaube ich, dass die Politik noch viel Anstrengung braucht, um dieses Bewusstsein für Prävention in der Bevölkerung zu verankern. Das haben wir noch nicht.”

Prävention ist ein erster Schritt, aber jeder Einzelne muss auch selber für seine Gesundheit Verantwortung übernehmen.