Eilmeldung

Eilmeldung

Salah Abdeslam: Ließ Belgien ihn entwischen?

Der meistgesuchte Mann Europas hielt sich nach den Anschlägen in Paris offenbar in einer Wohnung in Molenbeek auf. Die belgische Polizei durfte nicht sofort zugreifen.

Sie lesen gerade:

Salah Abdeslam: Ließ Belgien ihn entwischen?

Schriftgrösse Aa Aa

Ganz Belgien diskutiert diese Frage: Hat sich die Polizei zwei Tage nach den Attentaten in Paris den Hauptverdächtigen Salah Abdeslam durch die Lappen gehen lassen? Offenbar hielt sich der 26-Jährige am 15. November in einer Wohnung in Molenbeek bei Brüssel auf.

Der meistgesuchte Mann Europas hatte das Auto gemietet, das die Terroristen zum Bataclan gebracht hatte – der Konzerthalle, in der 130 Menschen getötet wurden.

Belgiens Justizminister Koen Geens sagte: “Unser Geheimdienst hatte uns mitgeteilt, dass es nicht ausgeschlossen wäre, dass sich Abdeslam dort aufhielt. Dabei haben uns die Stunden, in denen man keine Durchsuchung machen darf, nämlich von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, nicht unbedingt geholfen, um Salah Abdeslam zu finden.”

Ein Journalist hakte nach, ob es dies nun ein Fehler der belgischen Polizei gewesen sei.

“Nein, auf gar keinen Fall”, antwortet der Justizminister, “aber die Legislative könnte den Beamten besser helfen, damit sie effektiv ihrer Arbeit nachgehen können, in Fällen wie diesem.”

Weil in Belgien Hausdurchsuchungen in der Nacht verboten sind, konnten die Polizisten erst am nächsten Morgen in das Gebäude. Da gab es von Salah Abdeslam dann aber keine Spur.

Inzwischen hat die belgische Regierung einige Gesetzesänderungen angekündigt, im Falle von Terrorismusverdacht soll eine nächtliche Razzia ab 2016 erlaubt sein.

Abdeslam wird unterdessen in Marokko vermutet.