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Türkei sichert syrische Grenze

Die Türkei hat begonnen, die Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze zu Syrien zu vergrößern. Köprübatı bei Karkamış ist einer von fast 140 Grenzposten

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Die Türkei hat begonnen, die Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze zu Syrien zu vergrößern.
Köprübatı bei Karkamış ist einer von fast 140 Grenzposten, die das Gebiet unter der Kontrolle der Dschihadisten des Islamischen Staates überwachen.
Das Erste Grenz-Bataillon ist verantwortlich dafür, die 6km lange Grenze vor Eindringlingen, Schmugglern und Terroristen zu sichern. Seit Anfang 2015 sind 900 IS-Terroristen an der Grenze festgenommen worden – im Gepäck hatten sie Pässe aus mehr als 50 Ländern.

Der Kommandant des 1. Grenz-Bataillons Ahmet Arik meint, “wir greifen ein, wenn es zu illegalen Bewegungen in unserem Verantwortlichkeitsbereich kommt. Unsere Truppen lassen nur erlaubte Überquerungen zu, gemäß den internationalen Vereinbarungen und den nationalen Regeln.”
Für die Grenzkontrollen sind dem türkischen Militär zufolge 30% der Soldaten zuständig. Um die Provinzen Kilis und Gaziantep von Aleppo abzugrenzen, wird eine mehr als 80 Kilometer lange Mauer gebaut.

“Um unsere politische Grenze zu stärken, wurden drei Meter hohe Mauerteile in Position gebracht,” so Arik weiter. “Der Bau ist noch nicht abgeschlossen. So hoffen wir, Flüchtlingsströme besser kontrollieren und illegale Grenzüberschreitungen verhindern zu können.”

Die EU versprach Ankara 3 Milliarden Euro und politische Zugeständnisse im Gegenzug für weitere Grenzpatrouillen – darunter fallen auch die Kontrolle der Einwanderungsströme aus Syrien. Denn die Türkei beherbergt mit rund 2 Millionen Syrern die größte Anzahl von Flüchtlingen aus dem Kriegsgebiet.

Prof. Mesut Hakkı Caşın erklärt, “der Mauerbau wird den Ansturm zwar abschwächen, aufhalten kann er ihn aber nicht. Wegen der Grenzsicherung und Anschuldigungen, dass ausländische Kämpfer die Grenze überqueren, lastete auf der Türkei großer Druck aus Brüssel. Jetzt wurden Maßnahmen ergriffen: Die Türkei schickt die Dschihadisten weiter nach England, Frankreich und Deutschland.”

Lange Zeit haben die USA an die Türkei appelliert, die Kontrollen an der syrischen Grenze zu verschärfen. Eine Vorgabe, die Ankara nun erfüllt, möglicherweise um im Streit mit Moskau über den Flugzeugabschuss die NATO hinter sich zu haben.

Prof. Mesut Hakkı Caşın: “Zusammen mit den USA wird die Türkei ihren Zugriff auf die Grenze erhöhen: Mit amerikanischen F15-Jets sowie elektronischen Kampffahrzeugen; A10-Kampfflugzeuge wurden ebenfalls in Stellung gebracht und Deutschland hat Tornados geschickt. All das wird die türkische Grenze stärken.”

Einige Kilometer entfernt vom Köprübatı Grenzposten ist Jarabulus, eine syrische Stadt unter Kontrolle der Islamistenmiliz. Wegen eines erhöhten Anschlagsrisikos machten die türkischen Behörden die Gegend zur Sicherheitszone.

Euronews-Korrespondent Bora Bayraktar:
“Das türkische Militär versucht zum einen, das Eindringen von IS-Dschihadisten aus Sicherheitsgründen zu verhindern und zum anderen, die Flüchtlingsströme aus humanitären Gründen zu kontrollieren und zu regeln. Es scheint jedoch, dass der Sicherheitsaspekt dieser Tage immer wichtiger wird.”