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Zum 200. Geburtstag: Menzel privat

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Zum 200. Geburtstag: Menzel privat

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Er malte Friedrich den Großen beim Flötenkonzert in Sanssouci, aber auch sein ganz privates Schlafzimmer in der Ritterstraße. Adolph von Menzel, den

Er malte Friedrich den Großen beim Flötenkonzert in Sanssouci, aber auch sein ganz privates Schlafzimmer in der Ritterstraße. Adolph von Menzel, den Betrachter der Wirklichkeit, der weitaus mehr war als der preußische Hofmaler, feiern zwei Berliner Ausstellungen zum 200. Geburtstag des Künstlers . Ich. Menzel im Märkischen Museum und Blinde Blicke, eine Studio-Ausstellung des Kupferstichkabinetts in der Alten Nationalgalerie.

Philipp Demandt, Leiter der Alten Nationalgalerie: “Heute ist es natürlich so, dass wir einem Künstler, einem Menschen näher kommen, wenn wir seine privaten Bilder anschauen. Und Menzel liegt im Bett, malt seinen eigenen Fuß, also quasi das merkwürdigste Selbstporträt des 19. Jahrhunderts überhaupt. Er erscheint uns heute immer noch sehr modern. Und ich glaube, das ist das, was Menzel bis heute auch so faszinierend macht für das Publikum.”

Berühmt sind Menzels Historienbilder, seine frühen Skizzen und Studien, die heute wie Vorläufer des Impressionismus anmuten, behielt er für sich. Auf diese luftigen, mit leichtem Pinsel gemalten Werke, wirft die Ausstellung in der Alten Nationalgalerie den Scheinwerfer – und sieht Parallelen zu William Turner und anderen Wegbereitern der Moderne.

Heinrich Schulze Altcappenberg, Direktor des Kupferstichkabinetts: “Menzel war jemand, vielleicht vergleichbar einzig mit Degas, einem der französischen Künstler des späten 19. Jahrhunderts, die sich sehr mit der Wirklichkeit, vor allen Dingen mit dem Beobachten, mit dem Sehen von Prozessen von Wirklichkeit, der Zeit im 19. Jahrhundert beschäftigten. Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter der Industrialisierung, der Maschinisierung, der ersten Eisenbahnen.”

“Blinde Blicke” in der Alten Nationalgalerie geht bis zum 21. Februar. Die Werkschau “Ich. Menzel” mit starkem Berlin-Bezug im Märkischen Museum ist bis zum 27. März zu sehen.