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Türkei: Panzer, Soldaten und 100 Tote bei Anti-PKK-Offensiven

Bei einer seit Mittwoch laufenden Offensive gegen die PKK haben türkische Sicherheitskräfte eigenen Angaben nach über 100 PKK-Kämpfer getötet

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Türkei: Panzer, Soldaten und 100 Tote bei Anti-PKK-Offensiven

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Bei einer seit Mittwoch laufenden Offensive gegen die PKK haben türkische Sicherheitskräfte eigenen Angaben nach über 100 PKK-Kämpfer getötet. Medienberichten zufolge sind im Osten derzeit rund 10.000 Soldaten und Polizisten im Einsatz.

Vor allem in Cizre kam es zu schweren Kämpfen. Seit Montag gilt dort eine Ausgangssperre. In einigen Wohngebieten rückte die Armee mit Panzern und Scharfschützen vor.

Kritiker warfen der Regierung vor, mit ihren Maßnahmen nicht nur Terroristen sondern die gesamte kurdische Bevölkerung zu treffen. Der pro-kurdische Oppositionsführer Selahattin Demirtas (HDP) bezeichnete das Vorgehen als faschistisch und warf Ankara Kolonialismus vor. Seine Partei sei der Demokratie verschrieben, so Demirtas. Er forderte die kurdische Bevölkerung zu einem “ehrenhaften Widerstand” auf.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu warf der HDP vor, für Chaos zu sorgen und sagte, der Staat werde die Kontrolle über die Straße nicht aufgeben oder gar eine Abspaltung zulassen. “Unsere Bürger können beruhigt sein. Die Türkei wird sich nicht von Rechtstaatlichkeit und Demokratie entfernen. Terror ist lebensfeindlich und es ist die Pflicht der Regierung, die Leben der Bürger zu schützen. Es ist unsere Hauptpflicht”, so Davutoglu.

Auch in anderen Städten des kurdisch geprägten Ostens gelten Ausgangssperren, die oft mit Tränengas durchgesetzt werden. In Diyarbarkir lieferten sich aufgebrachte Demonstranten deshalb Straßenschlachten mit Sicherheitskräften. Sie waren davon abgehalten worden, die Altstadt zu betreten. Dort gilt schon seit Anfang des Monats eine Ausgangssperre.