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Parlamentswahlen in Spanien: Ende des Zweiparteiensystems

Nach den Parlamentswahlen in Spanien haben die traditionellen großen Parteien herbe Stimmverluste hinnehmen müssen. Gewinner sind vor allem die

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Parlamentswahlen in Spanien: Ende des Zweiparteiensystems

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Nach den Parlamentswahlen in Spanien haben die traditionellen großen Parteien herbe Stimmverluste hinnehmen müssen. Gewinner sind vor allem die linksliberale Partei “Podemos” und die liberalen “Ciudadanos”, die erstmals in das spanische Parlament einziehen werden.

Nach der Auszählung aller Stimmen sieht die Sitzverteilung im neuen spanischen Parlament wie folgt aus: Die noch regierende, konservative Volkspartei kommt auf 122 Sitze, die Sozialisten auf 91 Sitze, “Podemos” auf 69 Sitze und “Ciudadanos” auf 40 Sitze. Damit haben die Spanier dem Zweiparteiensystem, das sich seit dem Ende der Franco-Diktatur in Spanien etabliert hatte, eine klare Absage erteilt. Vier Parteien mit starken Fraktionen werden im neuen spanischen Parlament vertreten sein.

Wer die nächste Regierung bilden wird, ist offen. Die Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy behauptete sich bei der Parlamentswahl am Sonntag zwar als stärkste Kraft, hat aber ein Drittel ihrer Sitze eingebüßt und konnte keine absolute Mehrheit erreichen. Die Sozialisten erzielten ihr schlechtestes Ergebnis seit der “Transition”, dem Rückkehr Spaniens zur Demokratie Mitte der 1970er Jahre.

Rund 36,5 Millionen Menschen waren wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,15 Prozent und damit rund 4 Prozent höher als bei den vergangenen Parlamentswahlen im November 2011 (68,94 Prozent).