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Todesstrafe nach Doppelmord in Thailand

Zwei Wanderarbeiter aus Myanmar sind in Thailand zum Tod verurteilt worden. Das Provinzgericht in Koh Samui fand die beiden Angeklagten für schuldig

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Zwei Wanderarbeiter aus Myanmar sind in Thailand zum Tod verurteilt worden. Das Provinzgericht in Koh Samui fand die beiden Angeklagten für schuldig, zwei britische Rucksacktouristen auf der Nachbarinsel Koh Tao brutal ermordet zu haben. Die beiden Männer hatten die Tat bis zuletzt bestritten.

Die Angehörigen zeigten sich mit dem Urteil zufrieden. Der Bruder von David Miller sagte: “Wir glauben, dass nach einem komplizierten
Beginn der Ermittlungen, die thailändische Polizei eine gründliche Untersuchung durchgeführt hat. Nachdem wir uns die Beweise genau angeschaut haben und obwohl die Verteidigung das Gegenteil behauptet, glauben wir daran, dass ein gerechtes Urteil gefällt wurde. Die Beweise gegen Wai Phyo und Zaw Lin sind erdrückend.”

Die Verdächtigen hatten zunächst ein Geständnis abgelegt, das sie aber später widerriefen. Der Prozess war wegen der polizeilichen Ermittlungen sehr umstritten. Den Behörden waren Folterungen, Manipulationen von Beweismitteln und schlampige Ermittlung vorgeworfen worden.

Aktivist Andy Hall, der für die Verteidigung arbeitet, erklärte: “Wir sind überzeugt, dass die vorgelegten Beweise nicht ausreichen und inkompetent gesammelt wurden”, erklärte Aktivist Andy Hall. Wir werden in Berufung gehen, wenn nötig bis zum Obersten Gerichtshof. Wir als Verteidigung vertrauen darauf, dass die Beschuldigten freigesprochen werden.”

Hannah Witheridge und David Miller waren im September vergangenen Jahres erschlagen an einem Strand gefunden worden. Sie wiesen Kopfverletzungen auf. Eine Obduktion ergab zudem, dass die 23-Jährige vergewaltigt worden war. Die Gastarbeiter waren wenige Wochen später festgenommen worden und mussten den Tathergang öffentlich nachstellen.