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Irak: Armee vertreibt IS aus Ramadi

Irakische Regierungstruppen haben eigenen Angaben zufolge die Stadt Ramadi von der Miliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert. Ein Polizeisprecher

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Irak: Armee vertreibt IS aus Ramadi

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Irakische Regierungstruppen haben eigenen Angaben zufolge die Stadt Ramadi von der Miliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert. Ein Polizeisprecher sagte, die Soldaten der Regierung seien ins Regierungsviertel Ramadis vorgedrungen, den letzten Rückzugsort der IS-Kämpfer. Damit sei der IS in Ramadi besiegt. Ein Sprecher der US-Armee wollte die Aussagen noch nicht bestätigen. Der IS hatte Ramadi seit Mai in seiner Gewalt. Am Dienstag hatten die irakischen Truppen eine Offensive auf Ramadis Zentrum begonnen. Unterstützt wurden sie von Kampfjets der US-geführten Anti-IS-Allianz. Brett McGurk, der Sonderbeauftragte von US-Präsident Barack Obama für den Kampf gegen den IS, twitterte: “Unsere Koalition ist stolz darauf, die tapferen irakischen Truppen zu unterstützen, während sie den IS in Ramadi besiegen.”

Ramadi ist die Hauptstadt der Provinz al-Anbar. Sie hat rund 300.000 Einwohner, die meisten sind Sunniten. Als nächstes will die Regierung nun auch die Stadt Mossul im Norden des Iraks befreien. Sie ist einer der wichtigsten strategischen und wirtschaftlichen Pfeiler des IS. Wie viele Menschen indes beim Kampf um Ramadi ums Leben kamen, ist noch unklar. Laut der Regierung in Bagdad wurden die meisten Zivilisten vor Beginn der Offensive aus der Stadt gebracht. Sie zur Rückkehr in die teils stark zerstörte Stadt zu bewegen, das werde nicht leicht, so ein Sprecher der Provinzverwaltung.

Ramadi ist die erste große Stadt, die die irakische Armee allein, also ohne Hilfe verbündeter Milizen, zurückerobern konnte. Bei früheren Kämpfen, etwa um die Stadt Tikrit, hatte Iraks Armee noch auf die Hilfe schiitischer und vom Iran unterstützter Milizen gesetzt.

IS-Chef droht Israel und Europa
Derweil drohte der IS-Chef und selbsternannte “Kalif” des Islamischen Staates, Abu Bakr al-Bagdadi, Israel in seiner ersten Botschaft seit sieben Monaten mit Anschlägen. “Wir haben Palästina keine Sekunde lang vergessen. Bald, mit Gottes Erlaubnis, werdet ihr die bebenden Schritte der Mudschaheddin hören”, sagte der IS-Anführer in einer 24-minütigen Audiobotschaft, deren Echtheit sich zunächst nicht sicher bestätigen ließ. Al-Bagdadi bekräftigte auch seine Drohungen gegen Europa und die USA, zudem warnte er Russland.

Tweet des irakischen Verteidigungsministers Khalid al-Obeidi

Niederlage für IS auch in Syrien
Eine weitere Niederlage erlitt der IS im Nachbarland: Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, rückten die kurdischen und arabischen Rebellen der Demokratischen Kräfte Syriens (DFS) nach der Eroberung des Tischrin-Staudamms an der Westseite des Euphrats weiter in das Einflussgebiet der Dschihadisten vor. Die Verkehrsstrecke über den Damm war eine wichtige IS-Nachschubroute zwischen seiner Hochburg Al-Rakka in Syrien und den von den Extremisten beherrschten Gebieten westlich des Euphrats. Zudem versorgt der Damm weite Teile der Region mit Strom.