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Wahlen in Zentralafrika: Demokratie um jeden Preis

Nach drei Jahren Bürgerkrieg stehen in der Zentralafrikanischen Republik an diesem Mittwoch Präsidentschaftswahlen. an. Doch die Sicherheitslage in

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Wahlen in Zentralafrika: Demokratie um jeden Preis

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Nach drei Jahren Bürgerkrieg stehen in der Zentralafrikanischen Republik an diesem Mittwoch Präsidentschaftswahlen. an.

Meinung

Sie können soviele Versöhnungsgespräche machen wie sie wollen. Und sie können alle Friedensvereinbarungen unterzeichnen die sie wollen.Solange sie ihrem Volk nichts zu essen geben, bleiben auch die Voraussetzungen für die Krise erhalten.

Doch die Sicherheitslage in dem gewalterschütterten Land wird nur durch die Präsenz von über 10.000 Blauhelmsoldaten stabil gehalten.Jetzt soll die Wahl des neuen Staatschefs den lange ersehnten Frieden bringen.

Es gibt 30 Kandidaten, drei davon gelten als Favoriten. Frühere Präsidenten sind von der Kandidatur ausgeschlossen. Im muslimische Viertel PK5 in Bangui haben die Bewohner Mitte Dezember gegen die extremistischen Muslime protestiert. Sie hatten den Schutz von Blauhelmsoldaten angefordert, nachdem die Extremisten versucht hatten, ein Referendum über eine neue Verfassung zu verhindern.

Derweil ist die Lage zwischen der muslimischen Minderheit im Land und der zu 80 Prozent christlichen Bevölkerung. weiter angespannt.

Die politische Übergangsperiode ist instabil und wird immer wieder von Ausschreitungen unterbrochen.

Im Dezember 2013 hatte Frankreich Truppen in das gewalterschütterte Land geschickt, um die Ruhe wieder herzustellen. Zuvor hatten muslimische Rebellen der Seleka-Allianz die Macht ergriffen. Zwischen ihnen und den christlichen Konterrevolutionären der Anti-Balaka brach ein zweiter Bürgerkrieg aus, stürzte das Land ins Chaos und spaltete es. Michel Djotodia ernannte sich selbst zum Präsidenten. Er wurde im Januar von Catherine Samba Panza ersetzt, die als erste Frau und Interimspräsidentin fungiert. Sie forderte die sofortige Niederlegung aller Waffen. Im Juli war es so weit: Die Konfliktparteien unterschrieben in Brazzaville den Waffenstillstand. Und einigen sich auf die Bildung einer nationalen Einheitsregierung. Bei den Gesprächen mit am Tisch dabei waren auch die drei Favoriten für die Präsidentschaftswahlen.

Fast zwei Millionen Menschen sollen sich für die Wahlen registriert haben – das wären 95 Prozent der volljährigen Bevölkerung.

Doch sicher ist bisher nur eines: die Sehnsucht der Bevölkerung nach Normalität und Frieden in der Zentralafrikanischen Republik