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Türkische Armee setzt Einsatz gegen kurdische Aufständische fort

Die türkische Armee setzt ihren Einsatz gegen kurdische Aufständische im Südosten des Landes fort. Die Bilder im Beitrag sind allerdings fast eine

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Türkische Armee setzt Einsatz gegen kurdische Aufständische fort

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Die türkische Armee setzt ihren Einsatz gegen kurdische Aufständische im Südosten des Landes fort.

Die Bilder im Beitrag sind allerdings fast eine Woche alt, wurden aber erst jetzt öffentlich.

Damals waren die Kämpfe offenbar auf einem Höhepunkt; die Armee teilte über Weihnachten mit, sie habe bei dem neuen Einsatz mehr als zweihundert Kämpfer getötet.

Die jetzigen Kämpfe zwischen Armee und Aufständischen spielen sich im Gegensatz zu früher vor allem in Städten wie Cizre ab.

Menschenrechtler kritisieren daher, auch viele Unbeteiligte seien schon getötet worden, viele weitere seien vor den Kämpfen auf der Flucht.

Dazu kommen ausgedehnte Ausgangssperren, die den Menschen das Leben erschweren, wie zum Beispiel die kurdisch geprägte Oppositionspartei HDP kritisiert.

“Für uns Händler ist das schlecht”, sagt ein Ladenbesitzer in Cizre. “Wegen der Leute öffnen wir trotzdem, aber riskieren dabei unser Leben. Wie lange soll das noch weitergehen?”

“Strom und Wasser fallen aus”, meint ein anderer. “Alle sind mit den Nerven runter, vor allem die Kinder. Sie können nicht zur Schule und kriegen keine Bildung. Uns allen geht es schlecht.”

Nach zwei Jahren Waffenruhe zwischen Armee und Kurden waren die Kämpfe im Sommer wieder aufgeflammt.

Für ein Ende der Gewalt und eine neue Annäherung gibt es keine Anzeichen. Selbst auf politischer Ebene ist das Verhältnis zwischen Regierung und HDP – immerhin im Parlament vertreten – auf dem Nullpunkt.

Kurdische Kämpfer haben seit über dreißig Jahren zunächst einen eigenen kurdischen Staat angestrebt, inzwischen zumindest eine Form der Selbstverwaltung. Selbst das gilt der türkischen Regierung aber als Vaterlandsverrat.