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Deutsche Dreckschleudern: Studie belegt Quecksilber aus Kohlekraftwerken

Deutsche Kohlekraftwerke - besonders Braunkohlekraftwerke - stoßen extrem viel Quecksilber aus. Das besagt eine neue Studie.

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Deutsche Dreckschleudern: Studie belegt Quecksilber aus Kohlekraftwerken

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Besorgniserregende Schlagzeilen am Sonntag: #Quecksilber steigt bei Twitter in die Trending Topics auf, denn kein derzeit in Betrieb befindliches Kohlekraftwerk respektiert die in den USA geltenden Grenzwerte für den Quecksilberausstoß.
Eine neue Ökopol-Studie, die die Grünen im Bundestag in Auftrag gegeben haben, dokumentiert diesen extrem hohen Quecksilberausstoß deutscher Kohlekraftwerke – allen voran der Braunkohlekraftwerke.

Die Welt schreibt: Würden in Deutschland die US-Quecksilbergrenzwerte gelten, dürfte kein einziges der über 50 Kohlekraftwerke am Netz bleiben.

Nur in einem bereits 2013 stillgelegten Kohlekraftwerk in Datteln im Kreis Recklinghausen waren die Emissionswerte innerhalb des in den USA geltenden Rahmens.
Auch dem WDR liegt die Studie aus Hamburg vor. Tonnenweise giftiges Quecksilber durch Kohle schreibt der Sender im Internet.

Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks (SDP) sieht in einem Gespräch mit “Der Welt” keinen akuten Handlungsbedarf. Deutschland habe sich bei der Neuregelung für niedrige EU-Grenzwerte eingesetzt, auch gegen die Vorbehalte der EU-Partner, die nicht alle bereit gewesen seien, die Quecksilberemissionen zu senken und zu überwachen.

Peter Meiwald, der Sprecher für Umweltpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, hatte zuvor von einem “Armutszeugnis für die Bundesregierung” gesprochen und für Deutschland Quecksilber-Grenzwerte gefordert, die mindestens so niedrig seien, wie die in den USA.

Um langfristig die selbstgesteckten Klimaziele einzuhalten, muss Deutschland ohnehin die Kohlekraftwerke abschaffen. Das sagt auch die deutsche Umweltministerin.

Langfristig kann Quecksilber zu Gehirn-, Leber-, Lungen- und Nervenschäden führen.