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Nach Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen: Gewaltsamer Protest und Demonstrationen gegen Saudi-Arabien

In der iranischen Hauptstadt Teheran haben Tausende gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien demonstriert

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Nach Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen: Gewaltsamer Protest und Demonstrationen gegen Saudi-Arabien

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In der iranischen Hauptstadt Teheran haben Tausende gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien demonstriert. Auch die israelische Flagge und die der USA wurden verbrannt. In der Nacht zum Sonntag hatten Demonstranten die saudische Botschaft in Teheran gestürmt und einige Büros verwüstet. 40 Demonstranten wurden von der Polizei festgenommen.

Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei warnte Saudi-Arabien vor der “Rache Gottes”. Die Hinrichtung sei ein Verbrechen und Fehler Saudi-Arabiens gewesen. “Das ungerechtfertigt vergossene Blut dieses Märtyrers wird rasche Konsequenzen haben und die Hand Gottes wird Rache an der saudi-arabischen Führung nehmen”, sagte Chamenei.

Die Exekution löste international Besorgnis aus. In den beiden Krisenherden der Region, Syrien und Jemen, stehen Saudi-Arabien und der Iran auf unterschiedlichen Seiten. In sozialen Medien kursieren diverse Aufrufe zu Protesten in Saudi-Arabien selbst. Eine Demonstration in einem Dorf nahe der Grenze zu Bahrain, Al Awamiya, 500 Kilometer von der saudischen Hauptstadt Riad entfernt verlief friedlich.

Al-Nimr war am Samstag mit 46 weiteren Menschen wegen Terrorismusvorwürfen exekutiert worden. Die Europäische Union warnte Saudi-Arabien vor “gefährlichen Konsequenzen”. Die USA befürchten die Verschärfung konfessioneller Spannungen in einer Zeit, “wo diese dringend reduziert werden müssten”.