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Spannungen zwischen Teheran und Riad nach Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen durch Saudi-Arabien

Die Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien steigen immer weiter. Nach der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in

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Spannungen zwischen Teheran und Riad nach Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen durch Saudi-Arabien

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Die Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien steigen immer weiter. Nach der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien haben Demonstranten in der
Nacht zum Sonntag die Botschaft Riads in Teheran gestürmt und Teile des Gebäudes in Brand gesetzt und andere verwüstet. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei warnte Saudi-Arabien vor der “Rache Gottes”. “Das ungerechtfertigt vergossene Blut dieses Märtyrers wird rasche Konsequenzen haben und die Hand Gottes wird Rache an der saudi-arabischen Führung nehmen”, sagte Chamenei.

Die Hinrichtungen in Saudi-Arabien lösten überdies international Besorgnis vor neuen Spannungen aus. In den beiden Krisenherden der Region, Syrien und Jemen, stehen Saudi-Arabien und der Iran auf unterschiedlichen Seiten. In sozialen Medien kursieren diverse Aufrufe zu Protesten in Saudi-Arabien selbst. Eine Demonstration in einem Dorf nahe der Grenze zu Bahrain, Al Awamiya, 500 Kilometer von der saudischen Hauptstadt Riad entfernt, verlief friedlich. Auch im Nachbarland Bahrain kam es vereinzelt zu Protesten gegen Saudi-Arabien und die Hinrichtungen.

Al-Nimr war am Samstag mit 46 weiteren Menschen wegen Terrorismusvorwürfen exekutiert worden. Sogar für Kenner des saudischen Königshauses kam dies als Überraschung. Es war erwartet worden, dass Al Nimrs Todesstrafe in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt werden würde. Al Nimr selbst hatte nie direkt zur Gewalt aufgerufen.