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Börsencrash in China, Handel ausgesetzt - kalte Dusche für Europas Börsen

China hat am ersten Handelstag des neuen Jahres an der Börse die Notbremse gezogen. Die Aktienmärkte in Europa rauschten weiter in die Tiefe. In

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Börsencrash in China, Handel ausgesetzt - kalte Dusche für Europas Börsen

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China hat am ersten Handelstag des neuen Jahres an der Börse die Notbremse gezogen. Die Aktienmärkte in Europa rauschten weiter in die Tiefe. In China wurde der Aktienhandel am Morgen vorzeitig beendet, nachdem sich die Verluste des Shanghai-Composite auf sieben Prozent aufgetürmt hatten. Dieser automatische Stopp-Mechanismus ist erst zu Jahresbeginn in Kraft getreten.

Meinung

Ein Verlust von 7 Prozent und ein Stop des Börsenhandels - das gibt uns natürlich auch hier schwer zu denken

Zu schaffen machten den Anlegern auch die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Saudi-Arabien hatte am Sonntag die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem das sunnitische Königreich Saudi-Arabien einen ranghohen schiitischen Geistlichen hatte hinrichten lassen und der Streit zwischen den beiden Ländern eskaliert war.

China, einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, steuert nach jahrelangem Boom auf das schwächste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert zu.

Dax und EuroStoxx50 brachen um 4,4 und 3,3 Prozent ein.

Fidel Helmer, Hauck & Aufhäuser Privatbank, Frankfurt:

“Der DAX hat heute sehr schwach eröffnet, die Vorgaben aus China waren sehr negativ. Ein Verlust von 7 Prozent und ein Stop des Börsenhandels – das gibt uns natürlich auch hier schwer zu denken. Und dementsprechend schwach hat auch der Deutsche Aktienindex eröffnet.”

Verantwortlich für die miese Stimmung auf dem Börsenparkett waren vor allem schwache Daten aus der chinesischen Industrie – die Produktion schrumpfte im Dezember den zehnten Monat in Folge. Anleger fürchteten, dass die Schwäche der Volksrepublik Auswirkungen auf die exportorientierten deutschen Unternehmen und die gesamte Weltwirtschaft haben könnte, meint Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets in Frankfurt.

Die Regierung hatte für 2015 sieben Prozent Wirtschaftswachstum anvisiert – nach 7,3 Prozent im Jahr davor. Ökonomen erwarten für 2016 nur noch einen Anstieg von 6,5 Prozent.

Schon im vergangenen Jahr hatten wiederholte Zeichen für eine Konjunkturabkühlung im Reich der Mitte immer wieder zu Turbulenzen an den chinesischen wie auch europäischen Börsen geführt. Auch die Währung der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft ist seit Wochen unter Druck – am Montag markierte der Yuan mit 6,5365 Yuan zum Dollar den tiefsten Wert seit fast fünf Jahren.

su mit Reuters