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Gewalt in Kölner Silvesternacht: Stadt will Sicherheitsvorkehrungen verschärfen

Die Übergriffe auf zahlreiche Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht haben in Deutschland Entsetzen und Rufe nach Konsequenzen

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Gewalt in Kölner Silvesternacht: Stadt will Sicherheitsvorkehrungen verschärfen

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Die Übergriffe auf zahlreiche Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht haben in Deutschland Entsetzen und Rufe nach Konsequenzen hervorgerufen.

Meinung

Sie griffen unter mein Kleid und berührten mein Gesäß

Aus der feiernden Menschenmenge heraus hatten sich Polizeiangaben zufolge Gruppen von mehreren Männern gebildet, die Frauen umzingelten, bedrängten und ausraubten.

Die Polizei sprach von Sexualdelikten in massiver Form und von einer Vergewaltigung. Neunzig Fälle seien bis Dienstagmittag zur Anzeige gebracht worden.

Unter den Opfern war nach eigenen Angaben Evelin Malcherczyk:

“Ich wurde hinter meinem Rücken angefasst. Sie griffen unter mein Kleid und berührten mein Gesäß. Ich versuchte, mich mit meinen Armen zu verteidigen und wäre fast die Stufen runtergefallen. Es waren so viele Leute dort, man konnte nichts machen.”

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière verurteilte die Übergriffe als “erschreckend und nicht hinnehmbar”. Die Täter hätten “offensichtlich Migrationshintergrund” und müssten nun konsequent ermittelt werden.

Der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers erklärte:

“Wir wissen, dass Übergriffe stattfanden und dass diese aus einer Gruppe heraus durchgeführt wurden. Die Männer sahen vom Augenschein her so aus, als stammten sie aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum.”

Der deutsche Justizminister Heiko Maas sprach von einer neuen Dimension organisierter Kriminalität, warnte aber auch vor Vorverurteilungen:

“Im Zuge der Ermittlungen wird sich herausstellen, welcher Kreis von Tätern involviert ist. Dass jetzt über Pauschalisierungen zum Thema im Zusammenhang mit Flüchtlingen zu machen ist nichts anderes als eine Instrumentalisierung. Jetzt geht es darum, die Fakten aufzuklären und daraus auch die nötigen Schlüsse zu ziehen.”

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte, die Behörden hätten keinerlei Hinweise, dass es sich bei den Tätern um Flüchtlinge handele. Entsprechende Vermutungen halte sie für “absolut unzulässig”.

Als Konsequenz aus den Übergriffen will die Stadt Köln ihre Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen wie den am 4. Februar beginnenden Straßenkarneval verschärfen. Die Polizei werde sowohl uniformierte als auch zivile Kräfte einsetzen und mobile Videoanlagen einrichten.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat mit den Kölner Stadtoberen nach deren Krisentreffen am Dienstagnachmittag gesprochen. Auch sie forderte eine harte Reaktion des Rechtsstaats.

Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert drückte die Kanzlerin in einem Telefonat mit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker “ihre Empörung über diese widerwärtigen Übergriffe und sexuellen Attacken aus, die nach einer harten Antwort des Rechtsstaats verlangen”.