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Wenn aus der Datenflut Kunst wird


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Wenn aus der Datenflut Kunst wird

Die Datenmengen, die die Menschheit Tag für Tag anhäuft, sind schier unermesslich. Jede Minute, jede Sekunde kommen weitere Zahlenreihen und Wortketten hinzu. Diesem Thema ist in London eine Ausstellung gewidmet: ‘Big Bang Data’ heißt sie und ist im Somerset House zu sehen.

“Diese Ausstellung zeigt Kunstwerke, technologische Produkte und Anwendungen. Es gibt Prototypen und alles rund um Daten als ein Material der heutigen Welt. Und die Ausstellung zeigt, wie wir einem Prozess ausgesetzt sind, den man die Datifizierung der Welt nennen könnte. Dieser Prozess ähnelt der Elektrifizierung der Welt im 19. Jahrhundert”, sagt Ausstellungsleiter José Luis de Vicente.

Vor allem große Städte sind wahrhaftige Datenfänger. Überall wird aufgezeichnet, gesammelt und verarbeitet. Alles wird festgehalten, nichts geht mehr ohne technologische Erfassung, die sich wie ein Spinnennetz über uns gelegt hat.

José Luis de Vicente: “Jede Menge Dinge in der Stadt erzeugen Daten: Von U-Bahnen bis zu Sensoren, die Luftverschmutzung messen. Viele Dinge erzählen uns gewissermaßen, wie sich die Stadt gerade benimmt. Im ‘London Situation Room’ werden viele dieser Daten ausgestellt und Ihnen vor Augen geführt.”

Eine Installation von Lev Manovich, Moritz Stefaner, Dominikus Baur und Daniel Goddemeyer zeigt die tägliche Selfie-Flut und besteht aus rund 150.000 Selbstbildnissen per Mobiltelefon, die innerhalb einer Woche geschossen wurden.

Beim Werk des britischen Künstlers Joshua Portway dreht es sich ums Geld: “Es sieht wie ein Planetarium aus”, erklärt er. “Jeder Stern steht für eine Aktie, die an den weltweiten Börsen gehandelt wird. Und es ist mit den meisten der großen Börsen in Echtzeit verbunden. Wenn Sie darunter liegen und gen Himmel schauen, sehen sie mit einem Blick fast das gesamte Geld der Welt”, so Portway.

Die Ausstellung “Big Bang Data” im Londoner Somerset House ist noch bis Ende Februar geöffnet.

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