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Irak will zwischen Iran und Saudi-Arabien vermitteln

Die irakische Regierung hat angeboten, zwischen den Erzrivalen Iran und Saudi-Arabien zu vermitteln. Nach der Exekution eines bekannten Predigers der

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Irak will zwischen Iran und Saudi-Arabien vermitteln

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Die irakische Regierung hat angeboten, zwischen den Erzrivalen Iran und Saudi-Arabien zu vermitteln. Nach der Exekution eines bekannten Predigers der als bedrängt geltenden schiitischen Minderheit in Saudi-Arabien sind die Spannungen zwischen den beiden Regionalmächten deutlich gewachsen.

Bagdad unterhalte sowohl zum schiitischen Iran als auch zum sunnitischen Saudi-Arabien gute Beziehungen, so Iraks Außenminister Ibrahim Al-Dschafari bei einem Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Dschawad Sarif: “Der Irak liegt im Herzen der Region und wir haben darauf hingearbeitet, unsere Beziehungen mit den arabischen und anderen Staaten zu nutzen, um Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien zu reduzieren. Das ist die uns gegebene Verantwortung”, so Al-Dschafari.

Für den Irak selbst, wo eine schiitische Mehrheit und eine große sunnitischen Minderheit zusammenleben, sind religiös motivierte Spannungen besonders bedrohlich. Die Regierung in Bagdad fürchtet nicht zuletzt um die überkonfessionelle Zusammenarbeit im Kampf gegen ISIL.

Denn auch im Irak marschierten nun protestierende Schiiten mit dem Konterfei des getöteten Predigers zur saudischen Botschaft. Im benachbarten Iran hatten Demonstranten die saudische Botschaft am Wochenende gestürmt. Daraufhin brachen Saudi-Arabien, Bahrain und laut dem saudischen TV-Kanal Al-Arabia inzwischen auch Kuwait und Dschibuti ihre diplomatischen Beziehungen mit Teheran ab.

Saudi-Arabien hatte den schiitischen Prediger Nimr al-Nimr am Samstag unter anderem wegen Terrorismusvorwürfen hingerichtet, zusammen mit 46 weiteren Angeklagten – die meisten davon mutmaßliche Mitglieder der sunnitischen Al-Qaida im Land. Die Reaktionen in der schiitischen Welt bezeichnet Riad als überzogen.