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"Charlie Hebdo": Ein Jahr nach dem Anschlag

“Ein Jahr danach ist der Attentäter immer noch auf der Flucht”, heißt es auf dem Titel von “Charlie Hebdo”. Für die Macher der Satirezeitschrift ist

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"Charlie Hebdo": Ein Jahr nach dem Anschlag

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“Ein Jahr danach ist der Attentäter immer noch auf der Flucht”, heißt es auf dem Titel von “Charlie Hebdo”. Für die Macher der Satirezeitschrift ist der Attentäter ein bewaffneter, bärtiger Mann, der einen Gott darstellt.

Ein Jahr nach dem Anschlag auf die Redaktionsräume des Blattes hat “Charlie Hebdo” eine Million Exemplare seiner Gedenkausgabe gedruckt.

“Wir sind alle traumatisiert, das muss man nicht verstecken”, sagt Eric Portheault, Geschäftsführer der Zeitschrift. “Das werden wir nie vergessen, das ist etwas, womit man leben muss. Es ist sehr schwierig, aber man darf nicht aufgeben, weil die Terroristen nicht gewinnen dürfen.”

Schon vor der Tat im Januar 2015 wurde “Charlie Hebdo” bedroht. Die Zeitschrift, die alles und jeden aufs Korn nimmt, hatte sich Feinde gemacht. Kurz nach dem Abdruck einer Mohammed-Karikatur zerstörte ein Brandanschlag im November 2011 Teile der Redaktionsräume, die anschließend unter Polizeischutz gestellt wurden.

Verhindern vermochte das den Anschlag vor einem Jahr nicht. Das Brüderpaar Kouachi drang in das Gebäude ein und tötete zwölf Menschen, darunter den Herausgeber und mehrere Karikaturisten des Blattes.

Die Angreifer entkamen zunächst. Zwei Tage nach dem Attentat auf “Charlie Hebdo” wurden die beiden in einem Ort nordöstlich von Paris ausfindig gemacht. Dort hatten sie sich in einer Druckerei verschanzt. Spezialkräfte der Polizei rückten an, während des Einsatzes wurden die Kouachi-Brüder erschossen.

Am selben Tag nahm ein Bekannter der beiden in einem jüdischen Supermarkt in Paris mehrere Geiseln, dabei tötete er vier Menschen. Die Polizei stürmte den Laden, der Geiselnehmer kam ums Leben.

Die Taten lösten auf der ganzen Welt Entsetzen aus. Der “Place de la République”, rund zwei Kilometer von der “Charlie-Hebdo”-Redaktion entfernt, wurde zum zentralen Ort des Gedenkens.

An einem Trauermarsch durch Paris nahmen Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter von Religionsgemeinschaften und gesellschaftlicher Gruppen teil, der Schriftzug “Je suis Charlie” (Ich bin Charlie) wurde zum Motto all derjenigen, die sich mit den Anschlagsopfern und mit der Satirezeitschrift solidarisierten.

Frankreich reagierte unter anderem mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen und Gesetzesänderungen auf die Taten im Januar. Im November schlugen Attentäter erneut in Paris zu. Mehr als 130 Menschen wurden getötet.