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Terror in libyscher Hafenstadt Sidra: LKW-Bombe tötet mehr als 50 Sicherheitskräfte

In Libyen sind bei einem Selbstmordanschlag auf ein Trainingscamp der Polizei mindestens 50 Menschen getötet und fast 130 verletzt worden. Das

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Terror in libyscher Hafenstadt Sidra: LKW-Bombe tötet mehr als 50 Sicherheitskräfte

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In Libyen sind bei einem Selbstmordanschlag auf ein Trainingscamp der Polizei mindestens 50 Menschen getötet und fast 130 verletzt worden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Lana unter Berufung auf örtliche Krankenhäuser. Es ist der schwerste Anschlag seit dem Sturz des ehemaligen Machthabers Muammar al-Gaddhafi. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Laut örtlichen Sicherheitskräften trägt sie aber die Handschrift der Terrormiliz ISIL.

Die Explosion ereignete sich in der Stadt Sliten, etwa 160 Kilometer östlich von Tripolis. Laut den Behörden durchbrach ein mit Sprengstoff gefüllter Lastwagen das Tor eines Trainingsgeländes der Küstenwache und explodierte nahe einer Gruppe von rund 400 Männern.

Libyen gilt als “failed state” mit zahlreichen Milizen und zwei seit Jahren konkurrierenden Regierungen: Die international anerkannte Regierung sitzt im ostlibyschen Tobruk und stützt sich auf die libysche Armee. Von der ehemaligen Hauptstadt Tripolis aus regiert ein weiteres, von Islamisten dominiertes Abgeordnetenhaus. Ein im Dezember von beiden Seiten vereinbarter UN-Friedensplan ist noch nicht in Kraft.

Entlang einem Küstenstreifen bei der Stadt Sirte haben sich unterdessen Milizionäre etabliert, die sich ISIL zuordnen. Vor der Ölstadt Sidra waren sie vergangenen Oktober zurückgeschlagen worden. Sicherheitskräfte mutmaßen, dass nun einige IS-Kämpfer per Boot nach Sidra gelangt sind. Die Hafenstadt ist ein wichtiger Umschlagplatz für den Ölexport, eine Einnahmequelle der anerkannten Regierung.

Schon Anfang der Woche hatten ISIL zugerechnete Kämpfer in Sidra ein Öllager gestürmt und in Brand gesteckt. Die Feuerwehr versucht noch immer, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen. Ein Kommandant der Einsatzkräfte sprach von einem drohenden finanziellen und ökologischen Desaster.