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Vorkämpfer der experimentellen Musik: Dirigent und Komponist Pierre Boulez ist tot

Er galt als einer der bedeutendsten Vertreter der experimentellen Musik – jetzt ist der international renommierte Komponist und Dirigent Pierre

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Vorkämpfer der experimentellen Musik: Dirigent und Komponist Pierre Boulez ist tot

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Er galt als einer der bedeutendsten Vertreter der experimentellen Musik – jetzt ist der international renommierte Komponist und Dirigent Pierre Boulez im Alter von 90 Jahren gestorben. Das teilte am Mittwoch sein Büro in Paris mit.

Der Franzose Boulez hatte 1958 aus Protest gegen die französische Algerien-Politik seinen Wohnsitz ins deutsche Baden-Baden verlegt, wohin er sich bis zuletzt immer wieder zurückzog und wo er nun auch verstarb.

Boulez sah sich früh in der musikalischen Avantgarde und war dabei nie ohne Kritiker, oder Kritik:
“Es ist ein bisschen ein Klischee zu sagen, kontemporäre Musik sei langweilig, so simpel. Gar nicht, wir haben viel Spaß und ich glaube, man kann damit mehr Spaß haben als mit Klassik, weil wir nicht so eingeschüchtert sind”, sagte er einst.

Einst studierte Boulez Mathematik, später entwickelte er die Zwölftontechnik von Arnold Schönberg zur sogenannten seriellen Musik weiter, einer Strömung der Neuen Musik, die auf Zahlen- oder Proportionsreihen aufbaut. 1976 interpretierte er zum 100-Jährigen Bestehen der Wagner-Festspiele in Bayreuth den Ring neu, im Laufe seiner Karriere dirigierte er zahlreiche renommierte Orchester.

Das Echo der Musikwelt zu seinem Tod ist voller Bestürzung und Respekt. Dirigentenkollege Daniel Barenboim sagte, die Welt habe mit Pierre Boulez nun “einen ihrer bedeutendsten Komponisten und Dirigenten” verloren.