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Mallorca: Prozess gegen Infantin Cristina begonnen

In Palma de Mallorca hat der Prozess gegen die Infantin Cristina de Bourbon y Grecia (50) begonnen. Die Schwester von Spaniens König Felipe VI. wird

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In Palma de Mallorca hat der Prozess gegen die Infantin Cristina de Bourbon y Grecia (50) begonnen. Die Schwester von Spaniens König Felipe VI. wird beschuldigt, ihrem Ehemann Iñaki Urdangarin Beihilfe zum Steuerbetrug geleistet zu haben. Ihre drohen unter anderem vier Jahre Haft. Der frühere Handballer Urdangarin soll mit seiner Sportstiftung sechs Millionen Euro an öffentlichen Geldern veruntreut haben. Er könnte für 22 Jahre ins Gefängnis wandern.

Zum ersten Mal sitzt mit Cristina eine Angehörige des spanischen Königshauses auf der Anklagebank, gemeinsam mit 16 weiteren Verdächtigen. Der Skandal hatte dem Ansehen der Monarchie massiv geschadet und Anhängern einer republikanischen Staatsform Rückenwind verschafft.

Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten zum Prozessauftakt denn auch Anhänger einer spanischen Republik. Der Demonstrant Miguel Mascaro sagte:“Es ist ganz klar, dass Spanien bereit ist, sich in eine Republik zu wandeln. Das ist das, was die Menschen wirklich wollen. Gäbe es heute ein Referendum, würden die Republik-Befürworter womöglich gewinnen.”

Eine Aussage, die das Meinungsforschungsinstitut CIS allerdings anzweifelt. “Die Spanier bringen den Skandal mit der Zeit des vorigen Königs (Juan Carlos) in Verbindung, und diese Phase ist längst abgeschlossen”, befand das Institut. Die Monarchie wird heute in der spanischen Öffentlichkeit nicht mehr in Zweifel gezogen. Sie spielte auch als Wahlkampfthema keine Rolle.

Der Prozess könnte bis Juni dauern. Sollten die Angeklagten Geständnisse ablegen und veruntreute Gelder zurückzahlen, könnte das Verfahren auch kürzer werden.