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Madaja: UN fordern Hilfe für Sterbenskranke

Nachdem ein Hilfskonvoi der Vereinten Nationen in das belagerte Madaja vordringen konnte, sollen mehrere hundert vom Hungertod bedrohte Menschen nun

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Madaja: UN fordern Hilfe für Sterbenskranke

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Nachdem ein Hilfskonvoi der Vereinten Nationen in das belagerte Madaja vordringen konnte, sollen mehrere hundert vom Hungertod bedrohte Menschen nun so schnell wie möglich aus der syrischen Stadt herausgebracht werden.

Meinung

Sonst sind diese Menschen dem Tod geweiht

UN-Diplomaten berichteten, die Menschen seien in Todesgefahr und bräuchten dringend medizinische Hilfe.

Die ersten Lastwagen des Konvois mit insgesamt 330 Tonnen Nahrung und Medikamenten erreichten am Montag die seit rund einem halben Jahr von syrischen Regierungstruppen eingeschlossene Stadt.

Die rund 40.000 Eingeschlossenen könnten dadurch rund einen Monat lang versorgt werden, so
Stephen O`Brien, UN-Koordinator für Nothilfe:

“Etwa 400 Menschen müssen umgehend aus der Stadt herausgebracht werden. Das streben wir an. Diese Maßnahme ist für eine umfassende medizinische Betreuung notwendig. Sonst sind diese Menschen dem Tod geweiht.”

Der syrische UN-Botschafter Baschar Dschafari wies die Verantwortung für die Notlage zurück:

“Die Informationen über die humanitäre Lage in Madaja beruhen auf falschen Angaben. Die syrische Regierung hat keine Konvois angehalten, im Gegenteil. Wir haben selbst viele Hilfskonvois entsandt und die UN aufgefordert, mehr Hilfe zu schicken.

Seit Dezember sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Madaja mindestens 28 Menschen an den Folgen der Mangelernährung gestorben, darunter auch sechs Kinder im Alter unter fünf Jahren.

Die amerikanische UN-Botschafterin Samantha Power sprach von einem gezielten Aushungern von Zivilisten. Das gilt völkerrechtlich als Kriegsverbrechen.