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Schwedische Polizei registrierte schon vor Monaten Übergriffe wie Silvester in Köln

In Anlehnung an die Debatte nach den Ereignisse der Silvesternacht in Köln wird auch in Schweden über das mögliche Vertuschen von sexualisierter

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Schwedische Polizei registrierte schon vor Monaten Übergriffe wie Silvester in Köln

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In Anlehnung an die Debatte nach den Ereignisse der Silvesternacht in Köln wird auch in Schweden über das mögliche Vertuschen von sexualisierter Gewalt diskutiert. Die Tageszeitung “Dagens Nyheter” zitierte nun interne schwedische Polizeiberichte, wonach seit dem Jahr 2014 bei Musikfestivals jugendliche Gruppen aufgefallen seien, die weibliche Besucher begrabscht hätten.

In den offiziellen Polizeiberichten tauchten die Vorfälle auf den Festivals nicht auf. Der für das Stockholmer Festival “We are Sthlm” verantwortliche Einsatzleiter der Polizei sagte, man habe nicht Öl ins Feuer der Einwanderungsdebatte gießen wollen. Ein Skandal, sagen Kritiker, allen voran die rechtspopulistische Partei Schwedendemokraten.

Schwedens Polizeichef Dan Eliasson sprach in einem Interview von Fehlern und kündigte Konsequenzen an: “Es ist schon schlimm genug, dass wir nicht alle Informationen herausgegeben haben. Wir müssen das untersuchen und sicherstellen, dass es nicht wieder passiert.” Die Polizeiberichterstattung müsse von der politischen Debatte unbeeinflusst bleiben, sagte Eliasson.

“Ich war bei einem Festival und wir hatten Spaß mit den anderen Mädchen”, erzählt eine Betroffene. “Wir haben getanzt, und auf einmal kamen diese Typen, haben unsere Kleider hochgezogen und angefangen, uns zu begrabschen. Aber wir haben die Ordner alarmiert und die Typen mussten gehen.”

Im August sollen binnen fünf Tagen rund 200 mutmaßliche Grabscher bei dem Stockholmer Festival aufgegriffen und des Geländes verwiesen worden sein. Laut Medienberichten habe es sich dabei um oft um afghanische Flüchtlinge gehandelt. Auch in Schweden versuchen Populismus-Kritiker nun, die Debatte um sexuelle Gewalt von der Einwanderungsdebatte zu trennen.

“Ich glaube, es geht nicht um Männer, die aus anderen Kulturen kommen. Es passiert auch in Norwegen, Schweden oder Deutschland”, sagte eine deutsche Gaststudentin in Stockholm. “Dort tun Männer das gleiche, wenn sie betrunken sind. Ich glaube, es gibt keine wirklichen Unterschiede zwischen Männern.”

Auch in Schweden werden die Ereignisse von der Silvesternacht in Köln bisweilen als organisierte und massenhafte sexuelle Übergriffe charakterisiert. Diese Vermutung lässt sich so bislang aber nicht erhärten. Die Kölner Polizei spricht in diesem Zusammenhang auch von den dort schon bekannten Taschendiebbanden, die ihre Zielpersonen mit Körperkontakt ablenken. Die abschließenden Ermittlungsergebnisse stehen aus.