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Benzinpreis: Der Staat zapft immer kräftiger mit

Der Verfall der Rohölpreise bringt es an den Tag: Beim Bezahlen an der Tankstelle fließt der größte Teil der Summe an den Staat. Der deutsche

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Benzinpreis: Der Staat zapft immer kräftiger mit

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Der Verfall der Rohölpreise bringt es an den Tag: Beim Bezahlen an der Tankstelle fließt der größte Teil der Summe an den Staat. Der deutsche Finanzminister zum Beispiel verdient an jedem Liter Super gut 65 Cent, an Diesel 47 Cent, 19 Prozent Mehrwertsteuer noch gar nicht gerechnet.

Meinung

In den USA zahlt der Verbraucher an der Zapfsäule gerade mal gut ein Drittel

Giannis Rebithis, ein griechischer Immobilienmakler:

“Ich fahre jeden Tag viele Kilometer zu Hausbesichtigungen. Sie verstehen, je teurer Benzin, desto heftiger meine Betriebskosten. Ich zahle mehr als 350 Euro pro Monat für Sprit und sehe, dass Öl immer billiger wird, Benzin aber nicht.”

Und das bei 80 Prozent weniger Immobiliengeschäft als vor der Großen Krise. Auch in Griechenland bleiben vom Absturz der Ölpreise gerade mal 20 Prozent weniger auf der Benzinquittung übrig.

Symela Touchtidou, euronews:

“Von je 100 Euro, die ein griechischen Fahrer an der Tankstelle zahlt, gehen nur 33 an die Ölindustrie – Förderung, Raffinerie und Vertrieb. Der Rest, 67 Euro, geht an den Staat. Die Mineralölsteuern in Griechenland sind hoch, aber immer noch nicht die höchsten in Europa.”

So gehen in Großbritannien vom Preis für einen Liter Super 72 Prozent an den Staat, in den Niederlanden 70 und in Italien 68 Prozent. Deutschland liegt mit 66 Prozent genau im europäischen Schnitt.

Costis Stambolis, Institut für Energie für Südost Europa (IENE):

“Das hat schon seit vielen Jahren Tradition, dass in der Europäischen Benzinbranche hohe Steuern verhängt werden. So kommen die Regierungen einfach an Einnahmen. Man muss nur im Kopf haben, jenseits des Atlantiks, in den USA, zahlt der Verbraucher an der Zapfsäule gerade mal gut ein Drittel.”

Fazit:

Da mag der Ölpreis auf gut ein Viertel absacken, an der Zapfsäule bleibt ein Niveau von 60 Prozent der früheren Höchstpreise erhalten.

Die weiteren Aussichten:

Inzwischen nährt sich der Dieselpreis in Deutschland laut ADAC im Schnitt der 1-Euro-Marke. Danach kostet der Liter Diesel derzeit im bundesweiten Schnitt 1,002 Euro, 2,3 Cent weniger als vor einer Woche. Auch Super E10 sei wieder billiger geworden und koste nun 1,243 Euro je Liter.

su mit dpa