Eilmeldung

Eilmeldung

Dieselskandal: Schlappe für VW-Lösungsvorschlag in den USA

Volkswagen ist mit seinen Plänen zur Beseitigung der Abgas-Manipulationen bei der kalifornischen Umweltbehörde CARB durchgefallen – und das

Sie lesen gerade:

Dieselskandal: Schlappe für VW-Lösungsvorschlag in den USA

Schriftgrösse Aa Aa

Volkswagen ist mit seinen Plänen zur Beseitigung der Abgas-Manipulationen bei der kalifornischen Umweltbehörde CARB durchgefallen – und das unmittelbar vor einem ersten Spitzentreffen von VW-Chef Matthias Müller mit Gina McCarthy, Leiterin der mächtigen US-Umweltbehörde EPA, die den Skandal Mitte September ans Licht gebracht hatte. «Die EPA stimmt mit CARB überein, dass Volkswagen keinen genehmigungsfähigen Rückrufplan vorgelegt hat», so das Umweltamt in Washington.

Meinung

Der Grundsatzfehler ist, dass Volkswagen dieBesorgnisse der Amerikaner nicht ernst genommen hat

Die CARB (California Air Resources Board) lehnte einen im November von VW eingereichten Vorschlag zur Beseitigung von
Manipulations-Programmen in Hunderttausenden Dieselfahrzeugen ab und forderte Nachbesserungen bei den Lösungsvorschlägen für die betroffenen knapp 500.000
Wagen mit 2,0-Litermotoren.

Eigentlich hatten die kalifornischen Aufseher angekündigt, sich bis Donnerstag Zeit zu nehmen, um eine Entscheidung zu den Plänen von VW bekanntzugeben. So hätte VW-Chef Müller beim Treffen mit EPA-Chefin McCarthy die Chance gehabt, die Regulierer zu besänftigen und zeitlichen Aufschub auszuhandeln.

Volkswagen will nun versuchen, die Behörden im zweiten Anlauf mit einem neuen Lösungspaket zu überzeugen, zu dem auch der Rückkauf von mehr als 100 000 Autos zählen könnte.

Auch ein Interview Müllers bei der Detroiter Automesse sorgte für Irritationen.

In dem Gespräch mit dem US-Sender NPR stellte Müller den
Abgas-Skandal zunächst lediglich als «technisches Problem» dar – anschließend wollte der Konzern das Interview noch einmal neu
aufzeichnen. In der zweiten Version ruderte Müller dann zurück. VW
lege großen Wert auf die Feststellung, dass der Konzern die Verstöße einräume. «Daran gibt es keinen Zweifel.»

Aus der Sicht von Branchenexperten hat Volkswagen bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals in den USA große Fehler gemacht. «Der Grundsatzfehler ist, dass Volkswagen die
Besorgnisse der Amerikaner nicht ernst genommen hat», sagte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach, «es wurde viel Porzellan zerschlagen.» Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center der Uni Duisburg-Essen meinte, VW habe die Brisanz in USA deutlich unterschätzt. «Das war ein großer Fehler.»)

Der Stein des Anstoßes: Durch eine «Defeat Device» genannte Betrugs-Software, die seit 2009 von VW installiert wurde, soll die Luftverpestung der Diesel in Wahrheit bis zu 40-fach höher sein als vorgetäuscht. Die spezielle Software ist in der Lage festzustellen, ob sich ein Auto im Normalbetrieb oder auf dem Prüfstand befindet. Die Abgasreinigung wird nur im Testmodus voll aktiviert.

su mit dpa, Reuters