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Das "britische Pompeji" aus der Bronzezeit


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Das "britische Pompeji" aus der Bronzezeit

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Eine aufregende Entdeckung haben britische Forscher bei Ausgrabungen in Whittlesey nahe Peterborough gemacht: eine Siedlung aus der Bronzezeit. Vor gut 3000 Jahren standen hier runde Holzbauten auf Pfählen im Fluss.

Doch ein Feuer verwüstete die Behausungen, die Reste fielen ins Wasser und wurden im Schlamm konserviert. Gefäße, Textilien, sogar Speisereste sind bis heute erhalten geblieben und geben Auskunft über das Leben in der britischen Bronzezeit.

Mark Knight, Ausgrabungsleiter, Universität Cambridge: “Das ist ganz erstaunlich. Ich stehe neben einem nahezu intakten Rundbau aus der Bronzezeit mit Dach, in dem vor 3000 Jahren jemand lebte, wir können ihn betreten.”

Die Theorie der Forscher: Die Bewohner der Siedlung wurden möglicherweise vom Feuer überrascht und verließen fluchtartig ihre Häuser. Dies würde erklären, warum so viele Alltagsgegenstände erhalten geblieben sind.

Chris Wakefield, Universität Cambridge: “Wir haben 29 intakte Gefäße gestoßen, was an sich ein bedeutender archäologischer Fund ist. Aber noch sensationeller ist, dass auch die Speisereste der letzten Mahlzeit, als das Feuer ausbrach, erhalten geblieben sind. Das ist ein einmaliger Fund, nicht nur in Großbritannien, sondern europaweit.”

Die Ausgrabungen begannen im vergangenen August auf einem 1100 Quadratmeter großen Gelände und sind inzwischen etwa zur Hälfte abgeschlossen. Das Forscherteam spricht gar von einem britischen Pompeji.

Duncan Wilson, Historic England: “Das ist der Vergleich, der mir am ehesten in den Sinn kommt, die Menschen wurden von der Katastrophe überrascht und ließen alles stehen und liegen, viele kamen ums Leben. Was hier geschah, wissen wir noch nicht, sind aber auf menschliche Überreste gestoßen, die wir nun zutage fördern.”

Ein menschlicher Schädel wurde bereits freigelegt. Auch Fußspuren sind erhalten geblieben.

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