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Razzia bei Renault - Börse fürchtet VW-Virus

Eine Meldung der Gewerkschaft CGT hat an der Pariser Börse ein Beben ausgelöst und den Kurs des Autokonzerns Renault um mehr als 20% abstürzen

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Razzia bei Renault - Börse fürchtet VW-Virus

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Eine Meldung der Gewerkschaft CGT hat an der Pariser Börse ein Beben ausgelöst und den Kurs des Autokonzerns Renault um mehr als 20% abstürzen lassen. Das Syndikat meldete, dass Agenten der Aufsichtsbehörde zur Wahrung des Wettbewerbs, zum Schutz der Konsumenten und zur Verhinderung von Betrügereien (Direction générale de la concurrence, de la consommation et de la répression des fraudes DGCCRF, Teil des Wirtschaftsministeriums) vor einer Woche mehrere Anlagen von Renault durchsucht und Computer von Managern beschlagnahmt hätten.

Die Razzien fanden laut CGT im Engineering-Center in Lardy, im technischen Zentrum in Guyancourt sowie in der Anlage in Plessis-Robinson und am Hauptsitz des Konzerns in Boulogne-Billancourt statt.

An der Börse gingen daraufhin Vorahnungen um, dass Renault ähnlich wie Volkswagen gegen die Abgasnormen verstossen haben könnte. Solche Bedenken hatte auch die CGT geäußert. Renault bestätigte vorerst nur, dass Razzien stattgefunden hätten.

Im Sog des Renault-Kurssturzes bauten die anderen europäischen Autobauer ihre Kursverluste aus. Peugeot lag am frühen Nachmittag 8% im Minus, erholte sich aber, nachdem der Konzern gemeldet hatte, dass bei ihm keine Durchsuchungen stattgefunden hätten. Volkswagen-Aktien verloren 5,3%, BMW und Daimler-Papiere büssten bis zu 5,6% ein. Fiat-Scheine rutschten um bis zu 11% ab. Sie litten zusätzlich unter dem Bericht über eine Klage in den USA. Laut der Fachzeitschrift «Automotive News» werfen zwei Händler dem Konzern die Manipulation von Absatzzahlen vor.

Der genaue Grund für die Razzien bei Renault blieb vorerst unklar. Weder die DGCCRF noch Renault fanden sich zu Präzisierungen bereit. Dabei erinnerte der Konzern daran, dass frühere Tests des Umweltministeriums bei Renault keine betrügerische Software wie bei Volkswagen entdeckt hätten.

Renault wie auch PSA Peugeot Citroën hatten schon nach dem Platzen des Skandals bei Volkswagen beteuert, dass bei ihnen keine ähnlichen Betrügereien stattgefunden hätten. Ein Topmanager von Renault räumte Ende letzten Jahres in einem Interview von «Le Figaro» lediglich ein, dass auch bei französischen Herstellern zwischen den im Labor gemessenen und für die Einhaltung der Normen relevanten Abgaswerten und jenen im effektiven Verkehr erhebliche Diskrepanzen bestünden.

su mit Reuters