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Deutschland nach Silvesternacht: Pessimisten zur Flüchtlingsfrage überwiegen erstmals

Die Vorfälle der Silvesternacht in Köln und anderen Städten verändern die Stimmung in Deutschland zur Flüchtlingsfrage. Zum ersten Mal überwiegen

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Deutschland nach Silvesternacht: Pessimisten zur Flüchtlingsfrage überwiegen erstmals

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Die Vorfälle der Silvesternacht in Köln und anderen Städten verändern die Stimmung in Deutschland zur Flüchtlingsfrage. Zum ersten Mal überwiegen laut einer Umfrage des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF nun die Pessimisten. 60 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Deutschland Zahl der Flüchtlinge aus Krisengebieten nicht bewältigen kann. Im Dezember waren es noch 46 Prozent.

Zwar versuchen die Behörden den Täterkreis einzugrenzen, die Polizei hat unter anderem nordafrikanische Gruppen im Blick, die teilweise auch schon in anderen EU-Ländern mit Taschendiebstahl aufgefallen sind.

Doch die Stimmung ist deutlich weniger gutmütig, die Forderungen nach hartem Durchgreifen lauter geworden. Die Stadt Bornheim erteilte männlichen Flüchtlinge Hausverbot im örtlichen Hallenbad. Die Gemeinde erntete dafür auch viel Kritik. Das Verbot gilt allerdings nur bis nächste Woche und soll dann wieder aufgehoben werden.

Grund seien eine Reihe von Beschwerden von Besucherinnen und Angestellte über sexuelle Belästigungen durch Männer aus einer nahen Asylbewerberunterkunft, sagte Sozialdezernent Markus Schnapka am Freitag. Der Schritt sei für die Betroffenen als klares Signal gedacht.

“Eine Willkommenskultur bedeutet nicht in rosa Watte verpackt zu sein, sondern das bedeutet, dass sich die Kulturen auch begegnen. Und es gibt Dinge, die sind bei uns nicht verhandelbar. Dazu zählt für mich die Stellung der Frau und die Gleichberechtigung.”

Die Betreiber von Waffengeschäften sprechen von einer stark gestiegenen Nachfrage, wie hier in Essen, etwa 70 Kilometer von Köln entfernt. Die Kunden seien Männer wie Frauen aller Altersgruppen und Schichten.

“Die letzten Jahre waren es vielleicht 150 bis 200 Pfeffersprays im ganzen Jahr, die wir verkauft haben. Heute kommen wir keinen Tag unter 100 Pfeffersprays”, sagt Waffengeschäftsinhaber Christoph Küttner.

Viele Bürger sind verunsichert – offenbar auch über die Möglichkeiten der Polizei.