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Frankreich: Freiwilliger erleidet Hirntod bei klinischer Studie

In Frankreich hat ein freiwilliger Teilnehmer an einem Medikamententest einen Hirntod erlitten. Fünf weitere Versuchspersonen sind im Krankenhaus

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Frankreich: Freiwilliger erleidet Hirntod bei klinischer Studie

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In Frankreich hat ein freiwilliger Teilnehmer an einem Medikamententest einen Hirntod erlitten. Fünf weitere Versuchspersonen sind im Krankenhaus, vier davon mit möglicherweise unumkehrbaren neurologischen Schäden.

Insgesamt sollen 90 Personen an der Studie teilgenommen haben. Laut einer mit dem Fall vertrauten Quelle handle es sich bei dem getesteten Wirkstoff um ein Cannabis-basiertes Schmerzmittel. Tierversuche waren zuvor erfolgreich verlaufen.

Das private Unternehmen Biotrial, an mehreren Standorten weltweit für Pharmaunternehmen klinische Studien durchführt, erklärte, alle Vorschriften befolgt zu haben.

“Für die Familien ist es schlimm. Wir werden sicherstellen, dass alle Fragen beantwortet werden. Zumal ich derzeit keinen vergleichbaren Fall kenne. So etwas ist noch nie dagewesen und das verlangt nach größter Gründlichkeit bei der Untersuchung”, so die französische Gesundheitsministerium Marisol Touraine.

Der von einem europäischen Labor entwickelte Wirkstoff befand sich in Phase 1 der
klinischen Studie mit gesunden Versuchspersonen. Dabei werden gesunden Freiwilligen sehr niedrige Dosen unter ärztlicher Beobachtung verabreicht.

Ernste Folgen in diesem Stadium sind laut Experten sehr selten, kommen aber vor. In London mussten 2006 sechs Freiwillige nach der Einnahme eines Wirkstoffs gegen Multiple Sklerose auf die Intensivstation.

Die Firma Biotrial, die auch auch an Standorten in den USA, Großbritannien und Kanada Medikamententests für Pharmaunternehmen durchführt, hatte den Versuch selbst abgebrochen sowie alle 90 Versuchsteilnehmer und die Behörden informiert.