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Kein Film, wie jeder andere: Ungarns Oscaranwärter "Son of Saul"

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Kein Film, wie jeder andere: Ungarns Oscaranwärter "Son of Saul"

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Der Siegeszug des ungarischen Films “Son of Saul” scheint nicht mehr zu bremsen. Nach der Auszeichnung mit dem Golden Globe (erstmals in der

Der Siegeszug des ungarischen Films “Son of Saul” scheint nicht mehr zu bremsen. Nach der Auszeichnung mit dem Golden Globe (erstmals in der Geschichte der Golden Globes hat ein ungarischer Beitrag den begehrten Filmpreis erhalten), wurde der Film nun für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert – und hat gute Aussichten, ihn am 28. Februar tatsächlich zu bekommen.

Das letzte Mal gewann 1981 ein ungarischer Beitrag: “Mephisto” von István Szabó.
Dementsprechend groß ist die Freude in Ungarn, über die Oscarnominierung und den Golden Globe. Mit seinem Film wollte Regisseur László Nemes den Holocaust auf eine andere Weise spürbar machen.

László Nemes: “Das Ziel war, den Menschen von heute klar zu machen, was es bedeutete, in einem Konzentrationslager zu sein, und zwar nicht von außen mit einem neutralen Blick auf die Fakten, sondern von innen. Ich glaube, dass sich viele Menschen damit identifizieren können.”

Der Film führt in den Höllenschlund des Vernichtungslagers Auschwitz und folgt dem KZ-Gefangenen Saul Ausländer, der einem sogenannten “Sondereinsatzkommando” angehört und die Leichen seiner vergasten Mitgefangenen in die Verbrennungsöfen schieben muss. Eines Tages glaubt er, unter den Toten seinen Sohn zu erkennen.

Beeindruckend und mitreißend ist der Film auch wegen seiner außergewöhnlichen Kameraführung.

Mályás Erdély, Kameramann: “Uns war es wichtig, dass dieser Film, nicht einfach anzuschauen ist. Ein angenehmes Filmerlebnis anderthalb Stunden lang im Kinosaal wäre der Geschichte nicht gerecht geworden. Es war extrem wichtig, eine visuelle Ausdruckform zu finden, die den Zuschauer packt, nicht mehr loslässt und durch diesen ganzen Wahnsinn mit sich zerrt.”

Der Debütfilm des Ungarn Laszlo Nemes wurde 2015 auf dem Festival von Cannes mit dem Großen Preis der Jury und dem Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Auch die Darstellung des Schauspieler Géza Röhrig fand große Beachtung.

Gábor Sipos. einer der Produzenten des Films erklärt seine besondere Wirkung folgendermaßen: “Der Film ist wie eine neue Stimme, die den Zuschauer anspricht. Denn so viele Jahre nach dem Holocaust gibt es nur noch wenige Überlebende, die darüber berichten. Vielleicht kann dieser Film das tun und das Unbeschreibliche des Holocaust auf eine bisher nie da gewesene Weise darstellen.”

Der Film ist bereits in vielen Ländern angelaufen. Ein Starttermin im deutschsprachigen Raum steht noch nicht fest.

Wir haben auch in unserem Kinomagazin Cinema Box über “Son of Saul” berichtet: