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Schatten über Profi-Tennis: Manipulierten Spitzenspieler?

Die BBC sowie das Nachrichtenportal BuzzFeed berichten von geheimen Dokumenten, die zeigen sollen, dass über Jahre illegale Spielabsprachen im

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Schatten über Profi-Tennis: Manipulierten Spitzenspieler?

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Die BBC sowie das Nachrichtenportal BuzzFeed berichten von geheimen Dokumenten, die zeigen sollen, dass über Jahre illegale Spielabsprachen im Profi-Tennis stattgefunden haben. Die Berichte beschuldigen auch Weltklasse-Athleten, Namen werden allerdings keine genannt. Die Rede ist unter anderem von Gewinnern von Grand-Slam-Turnieren. Der Profitennisverband ATP wies Anschuldigungen zurück, Manipulationsvorwürfe nicht genügend zu untersuchen.

“Es ist immer enttäuschend, wenn derartige Berichte kurz vor einem Tennis-Großereignis erscheinen, denn sie lenken ab”, sagt ATP-Präsident Chris Kermode. “Aber wir sind sicher, dass nichts versteckt wird. Und wir sind sicher, dass die Arbeitsgruppe für Tennisintegrität tut, was sie kann und dieses Thema sehr, sehr ernsthaft angeht.”

BBC und BuzzFeed zufolge stehen 16 Spieler im Mittelpunkt des Manipulationsverdachts, die allesamt zu den besten 50 der Weltrangliste gehörten. Mehr als die Hälfte von ihnen sei für die diesjährigen Australian Open gemeldet, die heute begonnen haben. Ihnen wird zur Last gelegt, wiederholt Matches verloren zu haben, wenn bei Wettanbietern hohe Summen auf ihre Niederlagen platziert worden waren. Kartelle aus Italien und Russland hätten unter anderem auf manipulierte Spiele bei den Grand Slams in Wimbledon und Paris gesetzt und sechsstellige Gewinne erzielt.

Weiter heißt es in den Berichten, Spieler hätten pro manipuliertem Match 50.000 US-Dollar und mehr erhalten, das Geld sei ihnen in ihren Hotelzimmern übergeben worden.

Den Berichten liegen unter anderem die Auswertungen der Wettaktivitäten von 26.000 Matches zugrunde. Die Ermittler hätten zudem mit Wettfachleuten, Spielern und Funktionären zusammengearbeitet, melden BBC und BuzzFeed.

Die Ermittler untersuchten unter anderem ein Match zwischen dem Russen Nikolai Dawidenko, der einst die Nummer drei der Weltrangliste war und mittlerweile seine Laufbahn beendet hat, sowie dem Argentinier Martin Vassallo Argüello beim ATP-Turnier in Sopot (Polen) im Juli 2007. Dawidenko hatte die Partie im dritten Satz beim Stande von 6:2, 3:6 und 1:2 wegen einer Verletzung aufgegeben. Aufgrund ungewöhnlicher Bewegungen bei Wettanbietern und Einsätzen in Millionenhöhe geriet das Match in Manipulationsverdacht. Dawidenko bestritt jede Beteiligung, die Ermittlungen wurden später eingestellt.

Den Vorwurf der Manipulation im Spitzentennis hat es auch in anderen Fällen gegeben. So wurde 2011 der Österreicher Daniel Köllerer mit einer lebenslangen Sperre belegt. Die Ermittler sahen es als erwiesen an, dass der heute 32-Jährige in dreifach gegen das Anti-Korruptionsreglement verstoßen habe. Der Oberösterreicher bestritt die Vorwürfe. Köllerer berichtete nun gegenüber der BBC, ihm sei dreimal Geld angeboten worden, wenn er ein Match mit Absicht verlieren würde.