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Und der Gewinner ist... meistens keine Gewinnerin

Es hagelte Kritik und bei Twitter häuften sich vernichtende Kommentare. Neun Preise werden beim Comic-Festival von Angoulême (28. bis 31. Januar)

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Und der Gewinner ist... meistens keine Gewinnerin

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Es hagelte Kritik und bei Twitter häuften sich vernichtende Kommentare. Neun Preise werden beim Comic-Festival von Angoulême (28. bis 31. Januar) vergeben, doch unter den 30 Nominierten für den Preis fürs Lebenswerk befanden sich ausschließlich Männer: Jede Menge Zeichner und Texter, keine einzige Zeichnerin, keine einzige Texterin. Die Veranstalter ruderten zurück und erklärten, auch Comic-Fachfrauen würden noch auf die Nominierungsliste gesetzt werden. Doch da war das Kind schon in den Brunnen gefallen und der Proteststurm nicht mehr einzufangen.

Angesichts der vermeintlichen “Wiedergutmachung” gab es abermals wütende Proteste. Zwischenzeitlich drohten Nominierte, um Angoulême einen Bogen zu machen und dem Festival fernzubleiben. Die zweite Reaktion der Organisatoren: Sie begruben die ursprüngliche Kandidatenliste – und den geplanten Nachschlag gleich mit. Stattdessen gibt es gar keine Nominierungen mehr, die Mitglieder des Auswahlkomitees sollen nun ihren Gewinner oder ihre Gewinnerin ohne vorherige “Empfehlung” küren.

Rund sechs Prozent der Preisträger beim den Comic-Festspielen von Angoulême sind weiblich. Doch wie sieht es eigentlich bei anderen bekannten Preisen aus? Beim Regie-Oscar etwa? Wie oft gewinnen Architektinnen prozentual gesehen den renommierten Pritzker-Preis?

Die Laureus-Preisträger für das sportliche Lebenswerk sind statistisch zu 8,33 Prozent weiblich. Im Klartext heißt das: Elf Sportler wurden seit dem Jahr 2000 ausgezeichnet – und eine Frau, die marokkanische Läuferin Nawal El Moutawakel nämlich, die 1984 Olympiasiegerin über 400 Meter Hürden wurde.

Der Grammy für das beste Album ging bislang zu 37,21 Prozent an Sängerinnen: Die erste war Judy Garland 1962, die bislang letzte Adele vor vier Jahren.

Der Oscar gilt als wichtigster Preis der Filmwelt. Wer als Regisseur die Goldtrophäe in die Hand gedrückt bekommt, hat’s geschafft und gehört (wenigstens medial) zu den Großen seiner Zunft – und ihrer Zunft natürlich auch. Kathryn Bigelow ist die bisher einzige Gewinnerin des Regie-Oscars: 2010 war das, ihr Siegerfilm hieß Tödliches Kommando – The Hurt Locker.