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Barockinstrumente, ein besonderer Klang

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Barockinstrumente, ein besonderer Klang

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Auf dem Barockfestival in Valletta, Malta, spielen die Musiker auf Instrumenten aus vergangenen Epochen. Uralte, aber dennoch mit einem ganz

Auf dem Barockfestival in Valletta, Malta, spielen die Musiker auf Instrumenten aus vergangenen Epochen. Uralte, aber dennoch mit einem ganz besonderen, zeitlosen Klang.

Wolfgang Spindler, euronews: “Barockmusik wird natürlich mit Instrumenten aus der Barockzeit gespielt, um den authentischen Sound zu haben. Viele dieser Instrumente sind dem größeren Publikum kaum bekannt. Auf dem Barockfestival in Valletta hatten wir die Gelegenheit, uns einige Instrumente anzuschauen.”

Beispielsweise das Cembalo, meisterhaft gespielt von Mahan Esfahani. Der in Teheran geborene und den USA aufgewachsene Pianist begann als Teenager, Cembalo zu spielen.

Das Lieblingsinstrument der Barockmusik wurde im 19. Jahrhundert durch das Hammerklavier verdrängt und verdankt seine Wiederentdeckung im frühen 20. Jahrhundert unter anderem dem französischen Komponisten Francis Poulenc.

Mahan Esfahani: “Es gibt viele moderne Kompositionen für das Cembalo, ein ganzes Repertoire, das sich deutlich davon unterscheidet, wie Bach mit dem Cembalo umging.
Es ist moderne Sprache, aber das Cembalo kann das. Genau das möchte ich den Leuten zeigen, dass es beim Cembalo keine Grenzen gibt.”

Nikolai Vuković ist Cembalo-Stimmer und hat auf dem Barockfestival viel zu tun. Eine Stunde braucht er, um ein Instrument zu stimmen.

Nikolai Vuković: “Das Cembalo ist der Vorläufer des Klaviers. Der große Unterschied besteht darin, dass sich die Lautstärke nicht modulieren lässt, sie ist konstant. Das Klavier wurde erfunden, um unterschiedliche Lautstärken zu erreichen.
Beim Cembalo werden die Saiten gezupft. An Ende der Taste befinden sich sogenannte Springer mit Kielen, die die Seiten anreißen. Früher waren sie tatsächlich aus Federkielen und sind heute aus Kunststoff. Beim Klavier werden die Seiten durch Hämmer angeschlagen.”

Die Goldberg-Variationen stellen einen Höhepunkt barocker Variationskunst dar.
Mahan Esfahani gilt als einer der besten Cembalo-Spieler. Dennoch ist er immer wieder erstaunt über Komplexität der von Bach komponierten Musik.

Mahan Esfahani: “Jedes Mal, wenn Sie ein Werk von Bach spielen oder im Publikum sitzen und ein Werk von Bach hören, wissen Sie, dass Sie nie ganz verstehen, was passiert. Weil das unmöglich ist. Genau deswegen hören wir diese Musik wieder und wieder.”

Auch das spanische Ensemble La Ritirata spielt auf historischen Instrumenten. Der Gründer und künstlerische Leiter Josetxu Obregón beispielsweise verwendet ein Barockcello.

Josetxu Obregón: “Es hat keinen Stachel wie das vom moderne Cello. Es wird nicht auf die Erde gestellt, sondern zwischen die Beine geklemmt. Auch der Klang ist etwas anders, weil es mit Darmsaiten anstelle der heute üblichen Stahlsaiten bezogen ist. Das gibt ihm einen zarteren, sanfteren, etwas leiseren Klang. Ich finde die Klangfarbe viel interessanter.”

Daniel Zapico: “Dieses Instrument ist eine Theorbe und gehört zur Familie der Lauteninstrumente. Es sieht aus wie eine große Laute mit einem verlängerten Hals und einem zweiten Wirbelkasten. Die Saiten sind länger, was tiefere Tonlagen ermöglicht.
Wenn man die Theorbe spielt, muss seinen Daumen viel benutzen, weil wir die Basssaiten nicht mit der linken Hand dämpfen können. “

Das in Madrid ansässige Ensemble spielt Barockmusik aus ganz Europa. Beim Konzernt in Valletta waren es vor allem italienische und spanische Komponisten.