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Die Mächtigen erleben in Davos Ohnmacht eines Flüchtlings

Es ist ein kleiner Einblick in die globale humanitäre Krise: Die Simulation “ein Tag im Leben eines Flüchtlings” will die Teilnehmer in Davos in die

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Die Mächtigen erleben in Davos Ohnmacht eines Flüchtlings

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Es ist ein kleiner Einblick in die globale humanitäre Krise: Die Simulation “ein Tag im Leben eines Flüchtlings” will die Teilnehmer in Davos in die Welt eines Migranten versetzen. Eine Stunde lang demonstrieren die Mitglieder der Crossroads-Foundation, was Flüchtlinge durchmachen, ehe sie in Europa ankommen.

Mehr als eine Million Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr nach Europa gekommen. Auch in diesem Jahr soll sich die Zahl nicht verringern.

Die EU ist sich im Umgang mit der Flüchtlingskrise nicht einig und auch nicht darüber, wieviele Flüchtlinge die einzelnen Länder aufnehmen sollen. Die Oxfam-Chefin Winnie Byanyima meint, Europa könne sich aber nicht verstecken. “Die EU-Länder müssen dazu ermutigt werden, zu ihrer internationalen Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen zu stehen. Sie müssen zudem anerkennen, dass sie auch zur Wurzel des Problems gehören.”

Während die Ursachen der Flüchtlingskrise ungelöst bleiben, steht Europa vor einer großen Herausforderung – die eher größer als kleiner wird, erklärt der Präsident der International Crisis Group Jean-Marie Guéhenno: “Ich denke, Europa muss für die Zukunft akzeptieren, dass es große Bevölkerungsverschiebungen geben wird. Für die Flüchtlingskrise muss es echte, strukturelle Strategien geben, und die müssen über diese Notfallpläne hinausgehen.”

Trotz der Alarmglocken bleibt abzuwarten, ob Europa eine schnelle und geschlossene Antwort auf die noch nie da gewesene humanitäre Krise an den Außengrenzen finden kann.