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Schweinegrippe global auf dem Vormarsch

Achtzehn Menschen sind in Armenien an den Folgen der H1N1-Schweinegrippe gestorben. Das erklärte das Gesundheitsministerium des Landes. Nach den

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Schweinegrippe global auf dem Vormarsch

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Achtzehn Menschen sind in Armenien an den Folgen der H1N1-Schweinegrippe gestorben. Das erklärte das Gesundheitsministerium des Landes. Nach den Angaben stieg die Zahl der Todesfälle allein zwischen dem 13. und dem 18. Januar von 10 auf 18. Es gebe allerdings keine Gefahr eines Massenausbruchs, hieß es.

Getrennt davon wurden im benachbarten Georgien bis zu diesem Donnerstag drei tödliche Fälle von Schweinegrippe registriert:

“Im Januar 2016 wurden drei Todesfälle durch das H1N1-Virus durch Labortests bestätigt,” sagte Amiran Gamkrelidze, Leiter des Nationalen Zentrums für Krankheitskontrolle.

Er erzählte Reportern der Agentur Reuters, alle drei Opfer stammten aus Westgeorgien und waren Männer. Sie hätten zu spät um medizinische Hilfe nachgesucht.

Auch In Russland ist die Schweinegrippe laut einem Medienbericht wieder aktiv. Landesweit wurden demnach im laufenden Jahr bereits mindestens zehn Todesfälle durch den H1N1-Virus registriert, zwei davon im Leningrader Gebiet. Der Bevölkerung wird geraten, sich bei hohem Fieber sofort beim Arzt zu melden.

Das erste Opfer sei eine 49-jährige Frau gewesen, die bereits am 29. Dezember erkrankte, sich aber erst am 7. Januar beim Arzt meldete. Nach einer doppelseitigen Lungenentzündung soll sie am 13. Januar verstorben sein.

Beim zweiten Tote im Raum St. Petersburg habe es sich um einen Ambulanz-Fahrer des Kreiskrankenhauses von Kirowsk gehandelt.

Weitaus höhere Fallzahlen gibt es in Iran. Das iranische Gesundheitsministerium erklärte an diesem Donnerstag, 112 Menschen seien an Schweinegrippe gestorben, weitere 1.190 würden Symptome der Erkrankung aufweisen.

Weniger gravierend scheint die Situation in Indien. Der Bundesstaat Rajasthan verzeichnete in den ersten Wochen des Jahres 12 Todesfälle. Laut einem Zeitungsbericht wurden in Rajasthan dem 1. und 20. Januar 453 Personen auf das Virus untersucht. 55 von ihnen seien positiv getestet worden.

Als Konsequenz planten mehrere Kliniken die Ausweitung von Isolier- und Seuchenstationen.

Das Influenza-A-Virus H1N1 (A/H1N1) bezeichnet einen Subtyp des Influenzavirus, der bei Enten, Menschen und Schweinen vorkommt, aber auch zahlreiche andere Säugetierarten sowie Truthähne infizieren kann. Bei Menschen und Schweinen haben sich H1N1-Influenzaviren durch die Spanische Grippe von 1918 etabliert. Dieser Subtyp hat unter Menschen einige zehn Millionen Tote verursacht.

Im Frühjahr 2009 breitete sich in Nordamerika bzw. Mexiko ein zuvor unbekannter Subtyp des H1N1-Virus aus, das so genannte Schweinegrippevirus, und verursachte eine neuerliche Pandemie.

Das erste Todesopfer der Schweinegrippe außerhalb des amerikanischen Kontinents verstarb in Schottland, kurz nachdem die WHO die Grippe zur Pandemie erklärt hatte.

Aktuell werden in Schottland – mehreren Berichten zufolge – zwei Patienten mit dem H1N1-Virus im Wishaw General Hospital von North Lancashire behandelt.

Virologe John Oxford erklärte gegenüber der “Daily Mail”, dies sei nicht ungewöhnlich, da der Virus niemals ausgerottet worden sei. Er erwarte zudem weitere Infektionen in den kommenden Wochen bis zum Höhepunkt der Grippesaison. Eine reguläre Grippeschutzimpfung reiche zur Vorbeugung aus.

Allein in Großbritannien wurden während der Pandemie 350 Todesopfer im Jahr 2009 registriert.

Der Ausbruch forderte insgesamt rund 18.500 Menschenleben in 214 Ländern. Entwarnung gab die WHO erst im August 2010.