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Auf Wunsch von Russland: Norwegen stoppt Abschiebung von Flüchtlingen am Polarkreis

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Auf Wunsch von Russland: Norwegen stoppt Abschiebung von Flüchtlingen am Polarkreis

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Norwegen hat die geplante Abschiebung von mehr als 5.000 Asylbewerbern nach Russland auf Wunsch Moskaus – zumindest vorläufig – gestoppt. Vor einigen Tagen waren die ersten Flüchtlinge in einem Bus von einer Notunterkunft in Kirkenes in der Nähe des Polarkreises nach Murmansk gebracht worden. Als Protest gegen die Abschiebund nach Russland hatten mehrere Asylbewerber in Norwegen einen Hungerstreik begonnen.

Doch der vorläufige Stopp der Abschiebungen erfolgt nicht wegen des Hungerstreiks der Flüchtlinge, sondern weil Russland mehr Koordination an der Grenze verlangt. Nach Auskunft des norwegischen Außenministers spricht Moskau auch von Gründen der Sicherheit.

Trotz Kritik nur vorläufig gestoppt

Norwegen denkt jetzt aber darüber nach, die Asylsuchenden per Flugzeug nach Russland auszufliegen. Denn Russland gilt in Norwegen als sogenanntes “sicheres Land”, wohin Asylbewerber abgeschoben werden können. Die meisten Betroffenen kommen aus Syrien, dem Irak, Aufghanistan und dem Iran.


Die Abschiebungen nach Russland hatten vor allem Menschenrechtsgruppen kritisiert. Viele Flüchtlinge hatten befürchtet, dass sie in Russland sich selbst überlassen blieben.



Mit dem Fahrrad über die Grenze

Viele Asylbewerber waren in den letzten Monaten mit dem Fahrrad über die Grenze von Russland nach Norwegen gelangt, weil man diese nicht zu Fuß überqueren darf und weil die Schlepper Angst haben, von der norwegischen Polizei wegen Menschenhandels festgenommen zu werden.

Norwegen ist zwar nicht Mitglied der EU, gehört aber zum Schengen-Raum. Daher können Asylbewerber im Prinzip von Norwegen in EU-Staaten einreisen.