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Schneesturm in den USA: mehrere Tote, Stromausfälle und Stillstand auf den Straßen

Rekordsturm bringt mehr als einen halben Meter Neuschnee

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Schneesturm in den USA: mehrere Tote, Stromausfälle und Stillstand auf den Straßen

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Der Schneesturm Jonas hat in den USA mindestens 19 Todesopfer gefordert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sind alleine bei Autounfällen wegen des schlechten Wetters 13 Menschen gestorben. Drei Menschen verloren ihr Leben beim Schneeschaufeln, einer von ihnen starb an einem Herzinfarkt.

60 Zentimeter Neuschnee brachte Jonas nach Washington, bevor der Sturm noch einmal an Stärke zulegte und in Richtung New York City weiterzog. Eine Zeitrafferaufnahme in unserem Video zeigt, wie der New Yorker Times Square in den Schneemassen versinkt. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sagte, man erwarte bis zu 71 Zentimeter Schnee. Die Stadtregierung verbot das Autofahren in der Innenstadt sowie auf Long Island und Richtung New Jersey. Wie die Nachrichtenagentur DPA berichtet, nahm die Polizei Personen fest, die diese Anordnung nicht befolgten.

Öffentliches Leben steht still

Selbst die Vorstellungen an den Bühnen des New Yorker Broadway wurden für Samstagabend abgesagt. In den Bundesstaaten North Carolina und New Jersey waren etwa eine Viertelmillion Haushalte ohne Strom. An den Flughäfen der Ostküste wurden inzwischen mehr als 10.000 Flüge gestrichen. US-Vizepräsident Joe Biden hatte wegen des Wetters Probleme, von seiner Türkei-Reise in die USA zurückzukehren. Auch der Zugverkehr und der öffentliche Nahverkehr sind teilweise ausgefallen. Menschen, die auf Schnellstraßen festsitzen, werden von Helfern mit Essen, Wasser und Benzin versorgt.

An der Küste brachte der Sturm ungewöhnlich hohe Flutwellen. Grund dafür ist der Vollmond, der diesmal zeitgleich mit dem Schneesturm auftritt. Jonas zieht weiter gen Norden Richtung New England. Das öffentliche Leben an der Ostküste der USA könnte noch bis in den Sonntag hinein stillstehen.

Schneestürme in den USA nicht ungewöhnlich

Schneestürme, auch Blizzard oder nach ihrer Herkunft aus dem Nordosten nor’easter genannt, sind in den USA nicht ungewöhnlich. Das Naturschauspiel ereignet sich, wenn kalte Winterluft aus dem Norden auf warme, feuchte Luft aus dem Golf von Mexiko trifft. Die USA bieten dafür gute Voraussetzungen, denn es gibt kaum Gebirge, welche die die Luftmassen zwischen Norden und Süden ausbremsen könnten.

Manche dieser Stürme haben in den USA Berühmtheit erlangt. Der “große weiße Hurrikan” vom 12. März 1888 zum Beispiel. Damals fielen stellenweise eineinhalb Meter Schnee. Mehrere hundert Menschen starben und 200 Schiffe liefen auf Grund oder wurden zerstört.

Einzelne Schneestürme können nach Angaben des Wetterdienstes NOAA Schäden in Milliardenhöhe anrichten. Blizzard Jonas hat Chancen, auch hier einen Rekord aufzustellen, gilt er doch als einer der stärksten Schneestürme der jüngeren Geschichte.

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