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Ein moderner und düsterer Nussknacker

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Ein moderner und düsterer Nussknacker

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Das Königliche Ballett von Flandern hat eine moderne Interpretation des “Nussknackers” auf die Bühne gebracht. In der Choreografie von Demis Volpi

Das Königliche Ballett von Flandern hat eine moderne Interpretation des “Nussknackers” auf die Bühne gebracht.

Meinung

Es ist ein Kompromiss zwischen der Originalgeschichte und der Ballettversion.

In der Choreografie von Demis Volpi sind die sonst üblichen großen Familienszenen verschwunden. Der 30-jährige Argentinier wollte lieber ein traditionelles, deutsches Weihnachtsfest im kleinen Kreis zeigen. Volpi wagte auch eine neue Interpretation der Musik von Tschaikowski: “Als ich mir die Partitur angesehen habe, ist mir klar geworden, dass die Struktur nicht ganz unserem heutigen Verständnis von Theater entspricht. Ich musste sie also ein wenig anpassen. Um die Musik neu zu interpretieren, habe ich mich mit dem Autor E.T.A. Hoffmann beschäftigt. Jedesmal, wenn ich nicht mehr weiter wußte, habe ich mich gefragt: ‘Was würde Hoffmann machen?” Ich habe versucht, zum Ursprung zurück zu gehen. Es ist also ein Kompromiss zwischen der Originalgeschichte und der Ballettversion.”

Diese Fassung ist düsterer als die Ballettversion. Der Zuschauer wird Zeuge, wie die junge Clara, die von der 26-jährigen Tänzerin Nancy Osbaldeston verkörpert wird, zu einer Frau wird. Die Tänzerin meinte: “Bei unserer Aufführung geht es nicht so streng zu wie bei einer riesigen, klassischen Produktion, aber sie hat immer noch die zarten Töne der Geschichte und ich finde diese Geschichte wirklich klasse.”

Und auch der “Nussknacker” ist diesmal anders, sowohl als Holzpuppe als auch als lebender Mann. Er wird von dem 27-jährigen Laurie McSherry-Gray gespielt. “Den Nussknacker wie eine Puppe zu tanzen, ist ungewöhnlich. Meistens wird der Nussknacker mit einer kleinen Figur vorgeführt und wenn sie dann zum Menschen wird, verkörpere ich, der Tänzer, sie sehr gefühlvoll. Aber in dieser Fassung ist die Puppe lebensgroß. Es war also eine großartige Gelegenheit, anders zu arbeiten,” so McSherry-Gray.

Am 10. Februar werden die Tänzerinnen und Tänzer den “Nussknacker” im belgischen Gent aufführen.