Eilmeldung

Eilmeldung

Rubelverfall und Rezession - Russlands Wirtschaft schrumpft

Rubelverfall und Rezession – die Wirtschaft in Russland schrumpft, 2015 waren es fast vier Prozent. Durch den Ölpreisverfall ist der Rubel so schwach

Sie lesen gerade:

Rubelverfall und Rezession - Russlands Wirtschaft schrumpft

Schriftgrösse Aa Aa

Rubelverfall und Rezession – die Wirtschaft in Russland schrumpft, 2015 waren es fast vier Prozent. Durch den Ölpreisverfall ist der Rubel so schwach wie nie, die Wirtschaftskrise trifft vor allem die Mittelschicht, in der “das Geld für Konsumgüter und sogar für Lebensmittel immer knapper wird”:
http://www.tagesschau.de/ausland/russland-239.html. Die Auswirkungen bekommen die Bürger längst zu spüren. Es gibt weniger Arbeit, so verloren im vergangenen Jahr 90.000 Polizisten ihren Job. Die Staatsholding Rostec entließ 40.000 Mitarbeiter. Die Realeinkommen sanken infolge der Inflation um etwa zehn Prozent: In den ersten acht Monaten des Jahres 2015 lag die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahr bei 13 Prozent.

Die Zahl der Familien, bei denen das Einkommen nur noch für das Essen reicht hat sich auf fast 40 Prozent verdoppelt. Der besonders starke Anstieg der Lebensmittelpreise geht zu einem großen Teil darauf zurück, dass die russische Regierung einen Importstopp für zahlreiche Lebensmittel aus der EU und inzwischen aus der Türkei verhängt hat. Die Verknappung des Angebots kann die russische Wirtschaft nicht so schnell wettmachen, auch weil das Geld für Investitionen fehlt.

Die Preissteigerungen bedeuten Einbußen für die Rentner, denn die Rentenerhöhung lag weit unter der Teuerungsrate. Medikamente, die zu einem großen Teil aus dem Ausland importiert werden, wurden wegen des Rubelverfalls teurer. Viele Rentner leben unterhalb der Armutsgrenze. Von Januar bis September 2015 stieg die Zahl der Armen um 2,3 auf 20,3 Millionen. Das ist jeder siebte Bürger des Landes.

Russland drohe in diesem Jahr eine Haushaltslücke von umgerechnet 36 Milliarden Euro, wenn der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau verharre. Derzeit liegt er unter 30 Dollar je Fass. Geplant wurde der Staatshaushalt auf Basis eines Durchschnittspreises von 50 Dollar. Etwa die Hälfte des Budgets speist sich aus Öleinnahmen. Nur etwa 30 Prozent aller Exportgüter bestehen nicht aus Öl- und Gasprodukten. Die russische Regierung kündigt jetzt Hilfen an: knapp 1,6 Milliarden Euro für die Wirtschaft und rund vier Milliarden Euro zur Abhilfe für soziale Missstände.