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EU registriert Zika-Reiseinfektionen, Brasilien schickt Soldaten zur Moskito-Bekämpfung

Auch in Europa tauchen immer mehr Infektionen mit dem Zika-Virus auf. In Großbritannien, Spanien, Italien und nun auch Dänemark registrierten

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EU registriert Zika-Reiseinfektionen, Brasilien schickt Soldaten zur Moskito-Bekämpfung

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Auch in Europa tauchen immer mehr Infektionen mit dem Zika-Virus auf. In Großbritannien, Spanien, Italien und nun auch Dänemark registrierten Mediziner einzelne Patienten, die sich mit dem Virus auf Überseereisen infiziert hatten. Tropeninstitute, auch in Deutschland, registrieren solche Fälle aber immer wieder.

Das Virus wird in der Regel von Mücken übertragen. Es grassiert derzeit vor allem in Brasilien, Infektionen sind zuletzt auch in Thailand oder beispielsweise auf Kap Verde aufgetreten.

Auch der dänische Patient war von eine Reise nach Südamerika heimgekehrt und wurde nun ambulant wegen Fieber, Kopf und Muskelschmerzen behandelt. Schlimmer wird ein Zika-Infektion für Erwachsene meist nicht.

Die Sorge betrifft Schwangere und ihre ungeborenen Kinder. In Brasilien wird die Zika-Welle für eine stark gestiegene Zahl von Mikrozephalie-Fällen verantwortlich gemacht: Fast 4000 Kinder wurden dort in den vergangenen Monaten mit unterentwickelten Gehirnen geboren.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist der Zusammenhang aber noch nicht bewiesen: “Bislang gibt es nur Indizien für einen Zusammenhangs zwischen Mikrozephalie und Zika, aus Laboruntersuchungen in etwa acht Fällen. Aber natürlich gibt die enorme Zunahme an Zika-Infektionen, vor allem im Norden und Osten Brasiliens, Anlass zur Sorge. Die große Aufgabe ist jetzt, den Zusammenhang endgülitg zu klären”, so WHO-Sprecher Christian Lindmeier.

Einen Impfstoff gegen Zika gibt es noch nicht. Brasilien will deshalb schwangere Frauen mit Mückenschutzmittel versorgen und im Februar 220.000 Soldaten mobilisieren, um die übertragenden Moskitos zu bekämpfen.

In Rio de Janeiro, wo der Karneval und die olympischen Sommerspiele anstehen, gehen derzeit 3000 Mitarbeiter des Gesundheitsamtes vorsorglich mit Insektiziden gegen mögliche Brutstätten der Moskitos vor.