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Syriens Opposition hält Teilnahme an Friedensgesprächen offen

In Genf wächst die Spannung wenige Tage vor Beginn der nächsten Runde der Friedensgespräche für Syrien. Vor einem Hotel beraten Mitglieder der

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Syriens Opposition hält Teilnahme an Friedensgesprächen offen

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In Genf wächst die Spannung wenige Tage vor Beginn der nächsten Runde der Friedensgespräche für Syrien. Vor einem Hotel beraten Mitglieder der syrischen Opposition. Streit gibt es unter anderem über die Frage, ob ein Vertreter der syrischen Kurden-Partei PYD teilnehmen soll. Dabei handelt es sich um einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Teile Opposition und die Türkei lehnen eine Teilnahme der PYD ab. Russland möchte die Kurden dagegen gerne dabeihaben.

In einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatten Vertreter der Opposition zuvor zudem mehrere Bedingungen bekräftigt: ein Ende der Blockaden syrischer Städte durch das Regime, humanitäre Hilfstransporte sowie den Stopp der Luftangriffe. Ein Sprecher erklärte, das Verhandlungskomitee warte nun auf eine Antwort Bans.

Keine Hoffnung bei Syrien-Flüchtlingen

Fast dreitausend Kilometer entfernt in einem Flüchtlingslager an der syrischen Grenze: Die Diskussionen über die Zusammenstellung der Teilnehmerliste sind hier kein Thema. Zu gering sind die Hoffnungen, dass die Konferenz überhaupt etwas Greifbares erreicht. “Ich rechne nicht damit, dass diese Konferenz besser läuft als die vorangegangene”, sagt beispielsweise der Syrer Abhu Bihal. “So lange das alte Regime an der Macht ist, wird es in Syrien keine Lösung der Situation geben. Die Regierung hat nichts anderes getan als Menschen ins Gefängnis zu stecken und zu töten. Deshalb sind wir geflohen. Russland bombadiert Zivilisten. Nicht ein einziges Land auf der Welt steht auf unserer Seite.” Und Abu Yaser, ebenfalls aus Syrien, ergänzt: “Wir sind hier seit fünf Jahren. In dieser Zeit hat es zwei Konferenzen in Genf gegeben und jetzt kommt die dritte. Wir haben keine Ergebnisse gesehen, keinen Waffenstillstand. Alte und Kinder sterben bei den Bombenangriffen. Niemand kann an der Situation etwas ändern.”

Hilfsorganisationen fordern konkrete Schritte

Vertreter internationaler Hilfsorganisationen forderten erneut eine baldige Waffenruhe. Die humanitäre Lage in Syrien sei katastrophal. 4,5 Millionen Hilfebedürftige befänden sich in Kampfgebieten oder eingekesselten Orten und müssten dringend versorgt werden. Zur Versorgung der mehr als 22 Millionen Betroffenen des Syrien-Konflikts werden dieses Jahr nach UN-Angaben 7,1 Milliarden Euro benötigt.