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Immer mehr Iraker besorgen sich Pässe für Rückkehr

Der Flughafen in Erbil im Irak: Immer häufiger landen hier Menschen, die gerade aus Deutschland kommen. Vor einigen Wochen waren sie noch in Berlin

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Immer mehr Iraker besorgen sich Pässe für Rückkehr

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Der Flughafen in Erbil im Irak: Immer häufiger landen hier Menschen, die gerade aus Deutschland kommen. Vor einigen Wochen waren sie noch in Berlin gewesen und hatten als Flüchtlinge Asyl beantragt. Viele hatten sich das Leben in Deutschland aber anders vorgestellt.

“Meinem Mann hat die Idee gefallen, dort zu leben. Er sah viele andere, die sich auch auf den Weg machten”, sagt eine Frau, die gerade auf dem Weg zu den Taxis vor dem Flughafengebäude ist. “Aber das Leben in Deutschland war für uns viel schlechter als hier. Wir waren drei Monate dort. Und wir erreichten nichts. Das Essen war schlecht. Es gab nur Brot, Käse und Gurken. Wie soll man da im kalten Winter überleben? Unsere Kinder hatten Hunger. Wir haben 11.000 US-Dollar ausgegeben und wir kommen mit leeren Händen zurück.“

1.400 Pässe für irakische Rückkehrer

Der Trend ist eindeutig. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes hat die irakische Botschaft bisher 1.400 Pässe für Rückkehrer ausgestellt. Innerhalb weniger Monate ist das eine Verzehnfachung. Auch die Kosten für Flüge in den Irak steigen, wegen der höheren Nachfrage.„Wir haben drei Flüge pro Woche, ungefähr mit 100 Flüchtlingen, die wieder nach Hause in den Irak wollen”, bestätigt eine Angestellte von Iraqi Airways. “Die Zahl steigt kontinuierlich. Es fing im vergangenen September an und geht seitdem immer weiter.“

Experten vermuten, dass auch die Erfolge im Kampf gegen die IS-Milizen eine Rolle bei der Entscheidung spielen. Eine ähnliche Entwicklung gibt es übrigens auch in anderen europäischen Staaten. Finnland, eines der Hauptzielländer der irakischen Flüchtlinge, meldet ebenfalls eine starke Rückkehrwelle.