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Wechselseitige Deeskalation? Sudan öffnet Grenze zum Südsudan

Seit mehr als vier Jahren herrscht zwischen den beiden Staaten ein Konflikt, doch jetzt will der Sudan seine Grenze zum Südsudan öffnen

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Wechselseitige Deeskalation? Sudan öffnet Grenze zum Südsudan

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Seit mehr als vier Jahren herrscht zwischen den beiden Staaten ein Konflikt, doch jetzt will der Sudan seine Grenze zum Südsudan öffnen. Sudanesischen Medien zufolge gab Präsident Omar Hassan al-Baschir am Mittwoch entsprechende Anweisungen an die Sicherheitskräfte. Baschir reagiert damit offenbar auf ein entsprechende Angebot aus dem Süden.

Am Dienstag hatte Salva Kiir, der Präsident des Südsudan, unerwartet und unilateral eine Normalisierung der Beziehungen angeordnet. Auslöser dafür war offenbar die Einwilligung des Sudan, die Transitgebüren für südsudanesisches Erdöl zu reduzieren.

Seit der Abspaltung des Südsudan per Referendum im Jahr 2011 schwelt der einstige Bürgerkrieg als Grenzkonflikt weiter. Dabei geht es unter anderem um den Ölreichtum der Region. Der Südsudan verfügt seit seiner Abspaltung über rund drei Viertel der einst gemeinsamen Erdölreserven, einige Gebiete sind umstritten. Die Pipeline zum Roten Meer führt aber durch sudanesisches Territorium.

Hintergrund könnten wirtschafliche Schwierigkeiten sein. Der niedrige Ölpreis bedroht die Förderung im Südsudan, die hohen “Transitgebüren” von bislang rund 22,50 Euro machen sie noch unwirtschaftlicher. Unter einem Stillstand der Ölproduktion würden aber beide Länder leiden.

Gelöst ist der Konflikt in der Region aber noch nicht. Im mehrheitlich christlichen Südsudan brach 2013 ein neuer Bürgerkrieg aus, die angekündigte Einheitsregierung gibt es noch nicht. Der überwiegen muslimische Sudan wirft der Regierung des Südsudan außerdem vor, Aufstände in Darfur und am Blauen Nil zu unterstützen. Der Südsudan bestreitet das.