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Brasilien verstärkt den Kampf gegen Zika-übertragende Mücken

Die schnelle Ausbreitung des Zika-Krankheitserregers in Süd- und Mittelamerika macht vor allem Brasilien Sorgen. Nach einer Schätzung der

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Brasilien verstärkt den Kampf gegen Zika-übertragende Mücken

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Die schnelle Ausbreitung des Zika-Krankheitserregers in Süd- und Mittelamerika macht vor allem Brasilien Sorgen.

Nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation könnten hier bis zu anderthalb Millionen Menschen erkrankt sein. Sicher sagen lässt sich das jedoch nicht, weil die meisten Menschen – wohl um die achtzig Prozent – von der an sich sehr milden Erkrankung nichts merken.

Für Aufsehen sorgen allerdings Fälle, in denen Kinder mit missgestaltetem Kopf und Gehirn zur Welt kommen. Eine eindeutige Verbindung zu Zika gilt als sehr wahrscheinlich, wurde aber noch nicht festgestellt.

Nächste Woche werden hunderttausende zu den Karnevalsfeiern erwartet; im August stehen dann in Brasilien die Olympischen Spiele an.

An einem Aktionstag im Februar sollen mehr als zweihunderttausend Soldaten zur Bekämpfung der Zika-Mücke eingesetzt werden. Schwerpunkt des Einsatzes ist der am stärksten betroffene Nordosten des Landes.

Zika gibt es in vielen anderen Gegenden der Welt; in Südamerika wurde der Erreger letztes Jahr aber zum ersten Mal festgestellt. Es gibt gegen Zika keine Behandlung und auch keinen Impfstoff.

Eine brasilianische Firma versucht es seit letztem Frühjahr mit Mücken, die sie genetisch so verändert, dass ihre Nachkommen früh sterben und sich nicht mehr fortpflanzen können.

Wegen des Eingriffs in die Gene ist das Verfahren aber umstritten; auch eine Wirkung war bisher nicht erkennbar.

In Deutschland hat es laut Gesundheitsministerium seit Oktober fünf bestätigte Zika-Fälle gegeben, allesamt bei Reiserückkehrern.

Eine Ansteckung in Deutschland ist demnach nicht bekannt; die zum Beispiel in Brasilien übertragenden Mücken gibt es hier nicht.

Allerdings warnt das Robert-Koch-Institut, einzelne von Mücken unabhängige und begrenzte Übertragungen in Deutschland seien denkbar, zum Beispiel durch Geschlechtsverkehr.

Das RKI schreibt auch, wenn die Asiatische Tigermücke tatsächlich ein Zika-Überträger sein sollte, könne es auch in Europa zu Übertragungen kommen: Diese Mücke habe sich im südlichen Europa und punktuell bis nach Süddeutschland ausgebreitet.

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hält diese Gefahr für Deutschland aber für gering, da die Tigermücke bislang nur sporadisch gefunden wurde. Ein Ausbruch wie in Brasilien sei nicht zu erwarten.

In Österreich wurde jetzt ebenfalls ein Fall von Zika festgestellt. Wie der Radiosender “Ö1” unter Berufung auf das Tropenmedizinische Institut der Medizinischen Universität Wien berichtete, hatte sich die Frau in Brasilien angesteckt.

Die Nachrichtenagentur APA zitiert den Tropenmediziner Herwig Kollaritsch: Unter der Voraussetzung, dass die Patientin nicht schwanger ist, sei das “so wichtig, als würde in China ein Reissack umfallen”.

Aber es sei zu erwarten, dass immer wieder Reisende in den nächsten Wochen mit dem Zika-Virus zurückkehren würden: Für Betroffene sei es, “sofern sie nicht schwanger sind, völlig egal”.

In der Schweiz sind auch zwei Zika-Fälle bekannt, bei Reiserückkehrern aus Haiti und Kolumbien. Das Bundesamt für Gesundheit sieht hier aber ebenfalls keine Ausbruchsgefahr.

Die Krankheit werde zwar durch den Stich der Tigermücke übertragen, sagte ein BAG-Sprecher dem Schweizer Fernsehen SRF – aber nicht durch jene Art Tigermücke, wie es sie mittlerweile im Tessin gibt.