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Brasilien verstärkt den Kampf gegen Zika-übertragende Mücken

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Von Euronews
Brasilien verstärkt den Kampf gegen Zika-übertragende Mücken

<p>Die <a href="http://www.who.int/mediacentre/factsheets/zika/en/">schnelle Ausbreitung des Zika-Krankheitserregers in Süd- und Mittelamerika</a> macht vor allem Brasilien Sorgen.</p> <p>Nach einer Schätzung <a href="http://www.who.int/mediacentre/news/statements/2016/emergency-committee-zika/en/">der Weltgesundheitsorganisation könnten hier bis zu anderthalb Millionen Menschen erkrankt sein</a>. Sicher sagen lässt sich das jedoch nicht, weil die meisten Menschen – wohl um die achtzig Prozent – von der an sich sehr milden Erkrankung nichts merken.</p> <p>Für Aufsehen sorgen allerdings <a href="http://portalsaude.saude.gov.br/index.php/cidadao/principal/agencia-saude/21890-ministerio-da-saude-investiga-3-448-casos-suspeitos-de-microcefalia">Fälle, in denen Kinder mit missgestaltetem Kopf und Gehirn zur Welt kommen</a>. Eine eindeutige Verbindung zu Zika gilt als sehr wahrscheinlich, wurde aber noch nicht festgestellt.</p> <p>Nächste Woche werden hunderttausende zu den Karnevalsfeiern erwartet; im August stehen dann in Brasilien die Olympischen Spiele an. </p> <p>An einem Aktionstag im Februar <a href="http://www1.folha.uol.com.br/cotidiano/2016/01/1734782-um-mosquito-nao-pode-ser-mais-forte-que-um-pais-diz-dilma-sobre-zika.shtml">sollen mehr als zweihunderttausend Soldaten zur Bekämpfung der Zika-Mücke</a> eingesetzt werden. Schwerpunkt des Einsatzes ist der am stärksten betroffene Nordosten des Landes.</p> <p>Zika gibt es in vielen anderen Gegenden der Welt; in Südamerika wurde der Erreger letztes Jahr aber zum ersten Mal festgestellt. Es gibt gegen Zika keine Behandlung und auch keinen Impfstoff. </p> <p>Eine brasilianische Firma <a href="http://br.oxitec.com/a-tecnologia/">versucht es seit letztem Frühjahr mit Mücken, die sie genetisch so verändert</a>, dass ihre Nachkommen früh sterben und sich nicht mehr fortpflanzen können. </p> <p>Wegen des Eingriffs in die Gene ist das Verfahren aber umstritten; auch eine Wirkung war bisher nicht erkennbar.</p> <p>In Deutschland hat es <a href="http://www.bmg.bund.de/ministerium/meldungen/2016/160128-zika-virus.html">laut Gesundheitsministerium seit Oktober fünf bestätigte Zika-Fälle gegeben</a>, allesamt bei Reiserückkehrern. </p> <p>Eine Ansteckung in Deutschland ist demnach nicht bekannt; die zum Beispiel in Brasilien übertragenden Mücken gibt es hier nicht.</p> <p>Allerdings <a href="http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/02_16.pdf?__blob=publicationFile">warnt das Robert-Koch-Institut, einzelne von Mücken unabhängige und begrenzte Übertragungen</a> in Deutschland seien denkbar, zum Beispiel durch Geschlechtsverkehr.</p> <p>Das <span class="caps">RKI</span> schreibt auch, wenn die Asiatische Tigermücke tatsächlich ein Zika-Überträger sein sollte, könne es auch in Europa zu Übertragungen kommen: Diese Mücke habe sich im südlichen Europa und punktuell bis nach Süddeutschland ausgebreitet.</p> <p>Das <a href="https://www.bnitm.de/aktuelles/mitteilungen/934-zika-virus-epidemie-in-amerika/">Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hält diese Gefahr für Deutschland aber für gering</a>, da die Tigermücke bislang nur sporadisch gefunden wurde. Ein Ausbruch wie in Brasilien sei nicht zu erwarten. </p> <p>In Österreich wurde jetzt ebenfalls ein Fall von Zika festgestellt. Wie der Radiosender “Ö1” <a href="http://oe1.orf.at/artikel/429876">unter Berufung auf das Tropenmedizinische Institut der Medizinischen Universität Wien berichtete</a>, hatte sich die Frau in Brasilien angesteckt.</p> <p>Die <a href="http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/4914167/ZikaVirus-kann-in-Osterreich-nicht-uberleben">Nachrichtenagentur <span class="caps">APA</span> zitiert den Tropenmediziner Herwig Kollaritsch</a>: Unter der Voraussetzung, dass die Patientin nicht schwanger ist, sei das “so wichtig, als würde in China ein Reissack umfallen”. </p> <p>Aber es sei zu erwarten, dass immer wieder Reisende in den nächsten Wochen mit dem Zika-Virus zurückkehren würden: Für Betroffene sei es, “sofern sie nicht schwanger sind, völlig egal”.</p> <p>In <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Schweizer-mit-ZikaVirus-infiziert/story/10252586">der Schweiz sind auch zwei Zika-Fälle bekannt, bei Reiserückkehrern aus Haiti und Kolumbien</a>. Das Bundesamt für Gesundheit sieht hier aber ebenfalls keine Ausbruchsgefahr. </p> <p>Die Krankheit werde zwar <a href="http://www.srf.ch/news/schweiz/zika-virus-in-der-schweiz-bag-bleibt-ruhig">durch den Stich der Tigermücke übertragen, sagte ein <span class="caps">BAG</span>-Sprecher</a> dem Schweizer Fernsehen <span class="caps">SRF</span> – aber nicht durch jene Art Tigermücke, wie es sie mittlerweile im Tessin gibt.</p>