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US-Wahlen: Wie funktionieren Primary und Caucus?

Am heutigen Montag stehen die ersten Vorwahlen in den USA an. Der Bundesstaat Iowa stimmt per caucus ab. Wir erklären, wie die Abstimmungen funktionieren.

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US-Wahlen: Wie funktionieren Primary und Caucus?

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In den Vereinigten Staaten konkurrieren zwei große Parteien, die Demokraten und die Republikaner. Darüber, wer ihr Kandidat oder ihre Kandidatin für die im November anstehende Präsidentschaftswahl wird, entscheiden beide Parteien erst nach einer Reihe von Wahlen, bei denen die Basis entscheidet. Es gibt zwei verschiedene Systeme: die Primaries oder die Caucuses. Der oder die Gewinnerin wird nach Ende der Vorwahlphase offiziell bei einem mehrtägigen Parteitag im Juli, den conventions, nominiert, knapp vier Monate vor dem Wahltermin.

Die ersten Primaries und Caucuses finden traditionell im Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen und im Neu-England-Staat New Hampshire statt. 2016 wählt das District of Columbia laut Plan in der letzten Primary dieser Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen Primary und Caucus

In welchem System gewählt wird, hängt vom Bundesstaat ab. Die meisten Staaten veranstalten Primarys, nur wenige Staaten wählen per caucus.

Bewerber Demokraten

  • Hillary Clinton: ehemalige Außenministerin, ehemalige Senatorin von New York, Ex-First-Lady
  • Bernie Sanders: Senator von Vermont

Primaries

Die Primaries werden von den Regierungen der Bundesstaaten bezahlt und organisiert. Der Ablauf ist derselbe wie bei nationalen Wahlen. Wählerinnen und Wähler geben ihre Stimme in einem Wahllokal ab. Doch auch innerhalb dieses Systems gibt es Unterschiede.

Einige der Primaries sind offen, das heißt, das alle wählen und ohne weitere Schritte zu unternehmen bei der Partei ihrer Wahl abstimmen können. Allerdings müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich entscheiden, ob sie an der Primary der Republikaner oder der der Demokraten teilnehmen. Sie können nicht bei beiden Parteien darüber abstimmen, wer Kandidat oder Kandidatin werden soll.

Andere Primaries sind geschlossen, das heißt, dass nur registrierte Wählerinnen und Wähler oder Parteimitglieder teilnehmen dürfen. Es gibt auch Primaries, die teilweise offen und teilweise geschlossen sind.

Bewerber Republikaner

  • Jeb Bush: ehemaliger Gouverneur von Florida
  • Ben Carson: ehemaliger Neurochirurg
  • Donald Trump: Geschäftsmann
  • Ted Cruz: Senator von Texas
  • Rick Santorum: ehemaliger Senator von Pennsylvania
  • Chris Christie: Gouverneur von New Jersey
  • Mike Huckabee: ehemaliger Gouverneur von Arkansas
  • Carly Fiorina: frühere Managerin bei Technologieunternehmen
  • John Kasich: Gouverneur von Ohio
  • Rand Paul: Senator von Kentucky (Bewerbung am 3.2. zurückgezogen)
  • Marco Rubio: Senator von Florida
  • Jim Gilmore: ehemaliger Gouverneur von Virginia

Caucuses

Die Caucuses werden nicht von den Bundesstaaten, sondern von den Parteien finanziert. Der Begriff “Caucus” soll von der indigenen Bevölkerung stammen und so viel wie “Versammlung der Stammesführer” bedeuten. Tatsächlich gehören zum Caucus-System eine Reihe von Treffen. Dabei wird nicht nur über die Nominierung des Kandidaten oder der Kandidatin für die Präsidentschaftswahl gesprochen, sondern auch über lokale Führungspositionen. Diese Treffen finden meist wochentags statt und können mehrere Stunden dauern. Die Caucuses haben in der Regel weniger Zulauf als die Primaries, die Teilnehmer sind in der Regel parteipolitisch engagiert.

Wie lange dauert die Periode der Primaries und Caucuses?

Die ersten Primaries und Caucases finden im Februar statt, die letzten im Juni. Meistens zeichnet sich jedoch vor der letzten Vorwahl ab, wer für die Präsidentschaftskandidatur nominiert wird. Der Auswahlprozess sorgt in der Regel dafür, dass eine Bewerberin oder ein Bewerber bereits vor der letzten Vorwahl im Juni ausreichend Delegierte auf seine oder ihre Seite ziehen kann.

Das wird voraussichtlich auch für dieses Wahljahr gelten, auch wenn es zumindest bei den Republikanern ungewöhnlich viele Kandidaten gibt. In der Vergangenheit hat sich während des Nominierungsprozesses herausgestellt, dass es einen Favoriten und einen Alternativbewerber gibt. Für Kandidatinnen und Kandidaten, die nach den ersten Vorwahlen schlecht dastehen, wird es immer schwerer, die Unterstützung der Wähler und Spenderinnen zu bekommen. Oft scheiden sie aus dem Rennen, wenn deutlich wird, dass sie keine realistischen Chancen auf einen Sieg haben.