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Syrien-Verhandlungen in Genf: Opposition spricht von "positiven Nachrichten"

In Genf haben am Sonntag erstmals sowohl die Delegation der Assad-Regierung als auch die offizielle Delegation der Opposition Gespräche mit

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Syrien-Verhandlungen in Genf: Opposition spricht von "positiven Nachrichten"

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In Genf haben am Sonntag erstmals sowohl die Delegation der Assad-Regierung als auch die offizielle Delegation der Opposition Gespräche mit UN-Vermittlern zum Syrien-Krieg geführt. Direkte Begegnungen gibt es derzeit nicht, und selbst der indirekte Kontakt über die Mittelsmänner steht noch auf wackeligen Beinen.

Der syrische UN-Botschafter Baschar Al-Dschaafari nahm den dreifachen Selbstmordanschlag in Damaskus zum Anlass, mit einem Abbruch zu drohen. Zu dem Anschlag hat sich die IS-Miliz bekannt, die von den Verhandlungen ausgeschlossen ist. “Es gibt eine Verbindung zwischen dem Terrorismus und seinen Unterstützern auf der einen Seite und einigen politischen Gruppen, die vorgeben, gegen Terrorismus zu sein.”

Noch wisse die Regierung nicht einmal genau, mit welchen Personen sie es im anderen Zimmer genau zu tun habe, sagte Dschaafari. Die Verspätung der Opposition zeuge nicht von ernsthaften Absichten.

Dennoch sei die Regierung bereit, über humanitäre Korridore, Feuerpausen und die Freilassung von Gefangenen zu verhandeln, so Dschaafari weiter.

Dem UN-Sondergesandten Staffan Di Mistura gelang es offenbar, diese Aussage bei seinem Treffen mit der Opposition als positives Signal zu vermitteln: “Das Hohe Verhandlungskomitee, muss für sich selbst sprechen. Aber es war ein nützliches Treffen.” Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob er optimistisch sei, sagte de Mistura: “Es ist mein Beruf, immer optimistisch zu sein, und entschlossen.”

Die Delegation der Opposition, das von Saudi-Arabien gestützte sogenannte Hohe Verhandlungskomitee, fordert ein Ende der Luftangriffe und humanitäre Hilfe als Voraussetzung für Gespräche, und nicht als Verhandlungsgegenstand. Mehrfach hatte das Komitee mit einem Boykott der Verhandlungen gedroht.

Am Sonntag kam die Delegation nun trotzdem zu den Gesprächen, wenn auch mit fast einer Woche Verzögerung. Komiteesprecher Salem al-Mislet erklärte im Anschluss: “Wir hatten ein wirklich gutes Treffen mit Herrn de Mistura. Es waren positive Dinge. Wir empfingen positive Nachrichten.”

Am Montag will sich das Verhandlungskomitee der Opposition wieder mit de Mistura treffen. Dabei dürfte es weiter um die humanitäre Situation gehen.

Der UN-Zeitplan sieht zunächst sechs Monate für die Verhandlungen vor.