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Was wissen wir über Zika? Die Antworten der Epidemiologin Laura Rodrigues

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Was wissen wir über Zika? Die Antworten der Epidemiologin Laura Rodrigues

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Das Zika-Virus, das sich derzeit massiv in Lateinamerika ausbreitet, steht im Verdacht, bei Embryonen zu schweren Schädelfehlbildungen zu führen. Was

Das Zika-Virus, das sich derzeit massiv in Lateinamerika ausbreitet, steht im Verdacht, bei Embryonen zu schweren Schädelfehlbildungen zu führen. Was genau wissen wir über das Virus? Es trat erstmals 1947 in Uganda auf. Wie es sich nach Südamerika gelangen konnte, erklärt die Londoner Epidemiologin Laura Rodrigues.

Laura Rodrigues, London School of Hygiene and Tropical Medicine: “Warum es sich bewegte, wissen wir nicht. Aber vermutlich mutierte es, was die Übertragung vereinfachte. Auch der Anstieg des globalen Passagieraufkommens ist eine Erklärung. Infizierte Menschen reisen von einem Land ins nächste, werden dort von einer Mücke gestochen, die ihrerseits das Virus weiter überträgt.”

Ist es einfach, das Zika-Virus zu diagnostizieren?

Laura Rodrigues: “Am Anfang der Zika-Epidemie in Brasilien, konnte man es nicht vom Denguefieber unterscheiden. Das ist inzwischen etwas klarer geworden. Zum Beispiel kommt es bei der Zika-Infektion vor der Erkrankung zu Hautauschlägen, beim Denguefieber hingegen treten Hautrötungen wenn, dann erst nach ein paar Tagen auf. Auch zu Augenrötungen kommt es bei Dengue nur selten, so viel wissen wir nun.”

Was ist die Ursache für die Schädelfehlbildung Mikrozephalie?

Laura Rodrigues: “Sehr früh wurde deutlich, das es bei Babys mit Mikrozephalie zu Kalkablagerungen im Gehirn kommt, die infektiös bedingt sind. Es gibt eine Reihe von Erregern, die zu kongenitalen Infektionen führen, die wir alle ausschließen konnten. Eine neue Infektion war der Auslöser für die Mikrozephalie.
Sobald wir diese Diagnose stellen, ist der Schaden bereits nicht mehr umkehrbar. Es fehlen entscheidende Gehirnstrukturen.”

Gibt es ein Gegenmittel?

Laura Rodrigues: “Die medizinische Forschung stellt sich die Frage, ob der bereits infizierten Mutter ein antivirales Mittel verabreicht werden kann, um die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf das ungeborene Kind zu reduzieren. Noch ist es zu früh für eine Antwort, aber der Forschungsansatz wird verfolgt.”

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat inzwischen wegen des Zika-Virus und seiner möglichen Verbindung zu Schädelfehlbildungen den globalen Gesundheitsnotstand erklärt.